Dienstag, 24. August 2021

Afghanische Bürgermeisterin Zarifa Ghafari gerettet

Frauen in Afghanistan fürchten um ihr Leben - so erging es auch der jungen Bürgermeisterin Zarifa Ghafari, deren Hilferuf um die Welt gegangen war. Nun ist die 29-Jährige in Sicherheit, dank deutscher Hilfe.

Zarifa Ghafari konnte Afghanistan verlassen.
Zarifa Ghafari konnte Afghanistan verlassen. - Foto: © ANSA / Twitter Zarifa Ghafari
Die von den Taliban bedrohte afghanische Politikerin und Frauenrechtlerin Zarifa Ghafari ist außer Landes gebracht worden.

Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet, gelang es ihr, in Kabul mit ihrer Familie an Bord eines türkischen Flugzeugs zu kommen, das mittlerweile in Istanbul gelandet sei. Sie wolle nun weiter nach Frankfurt reisen.

Die 29-Jährige war Bürgermeisterin der Provinzhauptstadt Maidan Shar, die 40 Kilometer westlich von Kabul liegt. In einem Aufsehen erregenden Interview hatte sie um Hilfe gebeten.

„Ich sitze hier und warte, dass sie kommen. Es gibt keine Hilfe für mich und meine Familie“, sagte sie dem britischen Nachrichtenportal „inews“.

Dem Bericht zufolge hat sie ihre Rettung der deutschen Ärztin und Menschenrechtlerin Ingrid Gräfin zu Solms-Wildenfels zu verdanken, deren Stiftung Ghafari im vergangenen Jahr mit einem Menschenrechtspreis geehrt habe.

Sie habe Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer dazu bewogen, den Namen Ghafaris auf eine Liste von Menschen zu setzen, die ausgeflogen werden sollen.

2018 war Ghafari mit nur 26 Jahren die jüngste Bürgermeisterin des Landes in Maidan Shar geworden, einer 50.000-Einwohner-Stadt in der Provinz Wardak, etwa 50 Kilometer von Kabul entfernt.

Sie wuchs unter der Herrschaft der Taliban auf, konnte erst mit 12 Jahren die Schule besuchen. Nach einem Studium hatte sie bereits einen Radiosender gegründet, bevor sie in die Politik ging.

dol