Samstag, 28. Dezember 2019

Aktion „Schicksal 39“ abgeschlossen

Mit der Initiative „Schicksal 39“ erinnerte der Südtiroler Schützenbund an die Option von vor 80 Jahren. Am Samstag wurde die Aktion abgeschlossen.

Die Aktion wurde am Samstag beendet.
Badge Local
Die Aktion wurde am Samstag beendet. - Foto: © Südtiroler Schützenbund/Egon Zemmer

Vor 80 Jahren – am 21. Oktober 1939 – vereinbarten Adolf Hitler und Benito Mussolini ein Abkommen zur Umsiedlung der deutschsprachigen Südtiroler. Rund 274.000 Südtiroler waren gezwungen sich bis zum 31. Dezember 1939 zu entscheiden, ob sie ins Deutsche Reich auswandern wollten, oder in Südtirol blieben. Dies ging als Option in die Geschichtsbücher ein.

„Wer sich fürs 'Gehen' entschied, hatte die Heimat unwiderruflich zu verlassen. Es wurde ihm eine Ansiedlung in teilweise noch zu erobernden Gebieten in Aussicht gestellt. Wer sich hingegen fürs 'Bleiben' entschied, ging ebenso einer ungewissen Zukunft entgegen. Eine Zwangsumsiedlung in den Süden Italiens stand – vor allem zum Zwecke einer Mobilisierung für die Auswanderung im Raum“, so der Südtiroler Schützenbund in einer Aussendung.

160 rote Koffer

80 Jahre danach erinnern die Schützen an diese Zeit mit einer landesweiten „Performance“. Im ganzen Land wurden seit Oktober 160 rote Koffer mit der Aufschrift „schicksal39.com – Option, Gehen oder Bleiben“ an zentralen Stellen in allen Gemeinden aufgestellt. An den roten Koffern wurden Postkarten mit Gedichten und Liedern der Dableiber als auch der Optanten angebracht.

Zum Abschluss wurden am Samstag mehrere rote Koffer vor dem Landtag in Bozen abgestellt. Aus allen Richtungen wurden die roten Koffer in Sternform durch den Straßen und Gassen von Bozen getragen. Am Rathausplatz trafen die Schützen zusammen und zogen gemeinsam bis zum Silvius-Magnago-Platz vor dem Landtag, wo alle roten Koffer abgelegt wurden. Die roten Koffer werden bis zum 6. Jänner dort stehen bleiben.

„Genauso wie damals, machten auch wir Schützen uns mit Koffern auf den Weg. Zentrale Stellen oder ein Bahnhof waren der Platz des Abschiedes, der Spaltung eines Landes und die Trennung eines Volkes und deren Familien - für beide, Optanten und Dableiber. Diese roten Koffer voller Geschichten, Gedanken und Gefühle sind Symbol gegen das Vergessen. Denn die Erinnerung ist unvergänglich und lebt vom Erinnern und nicht vom Vergessen“, so Landeskommandant Jürgen Wirth Anderlan abschließend.

stol