Trump und al-Sharaa unterstrichen Damaskus zufolge in ihrem Gespräch „die Bedeutung der Wahrung der Einheit und Unabhängigkeit des syrischen Staatsgebiets“. Zudem hätten sie die Zusammenarbeit zwischen den USA und Syrien bei der Bekämpfung der jihadistischen Miliz „Islamischer Staat“ (IS) besprochen.<BR /><BR />In den vergangenen Tagen hatten syrische Regierungstruppen bei einer Offensive im Norden und Osten des Landes kurdische Kämpfer aus mehreren bisher von ihnen beherrschten Gebieten vertrieben, darunter zwei Stadtviertel der nordsyrischen Großstadt Aleppo. Am Sonntag stellte al-Sharaa ein Abkommen zwischen dem syrischen Zentralstaat und der SDF vor. Die Vereinbarung sieht die Übergabe der bisher kurdisch kontrollierten Provinzen Deir ez-Zor und Raqqa an die Zentralregierung vor, in denen die Bevölkerungsmehrheit aus Arabern besteht. Am Montag rückte die syrische Armee in Teile von Deir ez-Zor vor.<BR /><BR />Al-Sharaa traf indes den SDF-Anführer Mazloum Abdi, um über das Abkommen zu beraten. Das Gespräch verlief jedoch nicht positiv, wie ein mit den Vorgängen vertrauter kurdischer Vertreter der Nachrichtenagentur AFP mitteilte. Demnach bestanden Differenzen zwischen al-Sharaa und Abdi bezüglich des „Mechanismus zur Umsetzung der Vertragsbedingungen“.<BR /><BR />Trotz des Abkommens meldeten sowohl die syrische Armee als auch kurdische Kräfte zudem weitere Kämpfe. In der Stadt Raqqa berichtete ein AFP-Reporter, heftigen Beschuss gehört zu haben. Die Armee schrieb von drei getöteten und weiteren verletzten Soldaten bei Auseinandersetzungen, machte aber zunächst keine Angaben zum Ort der Kämpfe. Später verlautete aus Kreisen des syrischen Verteidigungsministeriums, dass die Kämpfe geendet hätten.<BR /><BR />Widersprüchliche Angaben gab es indes über die Zahl der entkommenen IS-Kämpfer nach einem Gefängnisausbruch. Das syrische Innenministerium teilte am Dienstag mit, es seien rund 120 Häftlinge aus dem Gefängnis in Shaddadi geflohen. Zuvor hatte die kurdische Nachrichtenseite Rudaw unter Berufung auf einen Sprecher der kurdisch geführten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) berichtet, es seien etwa 1.500 IS-Mitglieder ausgebrochen.<BR /><BR />Dem syrischen Ministerium zufolge haben Armeeeinheiten und Spezialkräfte 81 der Flüchtige wieder gefasst. Die Suche nach den verbliebenen Entkommenen dauere an. Die syrische Armee hatte zuvor die SDF, die das Gefängnis kontrollierte, beschuldigt, die Häftlinge freigelassen zu haben. Die SDF wies dies zurück und warf ihrerseits den Regierungstruppen vor, sie hätten die Haftanstalt Shaddadi im Nordosten des Landes angegriffen. Auch in der Nähe des Gefängnisses Al-Aqtan bei der ehemaligen IS-Hochburg Raqqa sei es zu Zusammenstößen gekommen. Die SDF sprach von einer hochgefährlichen Entwicklung, die den Weg für eine Rückkehr des Chaos und des Terrorismus ebnen könnte.