Über diese Kritik wundert sich der Landessekretär für Transport und Verkehr im ASGB, Hans Joachim Dalsass.<BR /><BR />„Ich habe kein Verständnis dafür, dass es bei uns so oft Öffis-Streiks gibt, wenn die Streikgründe nichts mit Südtirol zu tun haben“, kritisiert Alfreider. Diese Ausfälle bringen nur Chaos“, meint der Mobilitätslandesrat. Jede Woche bekomme er Anrufe und Mails von erbosten Fahrgästen.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1094793_image" /></div> <BR /><BR />„Es ist ein Wahnsinn. Auf nationaler Ebene wird gestreikt, weil Dienste gestrichen werden, in Südtirol hingegen konsolidieren wir den Sektor und bauen Dienste sogar aus“, argumentiert Alfreider. „Wir kürzen keine Dienste in Südtirol. Zudem haben wir in Südtirol auch noch Sonderverträge bereits gemacht und teilweise noch in Ausarbeitung“. Bei irgend einem Unfall in Italien würden Südtirols Gewerkschaften danach sofort mitstreiken. Auch Fahrer von öffentlichen Transportmitteln seien gegen solche Streiks in Südtirol und erzürnt darüber, dass da ein ganzer Sektor in Mitleidenschaft gezogen werde. „Die Chauffeure möchten arbeiten – und nicht bei jedem Streik in die Kritik geraten.“ Der Streik setze die Chauffeure unter Druck, mitzustreiken. „Dabei sagen viele Chauffeure, dass sie einfach nur normal arbeiten wollen“, berichtet der Mobilitätslandesrat. „Sie wollen auch lieber zufriedene Fahrgäste haben als so ein Chaos jedes Mal.“<BR /><BR />Er habe mit vielen Bürgern über diese Streiks gesprochen – auch mit Familien, bei denen die Schüler am Nachmittag nicht mehr heimkämen – und die dann von den Eltern abgeholt werden müssten. „Auch Pendler und Senioren sind auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen. Ich bin auf die Seite dieser Leute, die sich ärgern, dass seit einem Jahr fast jeden zweiten Freitag bei jedem nationalen Streik mitgemacht wird. Südtirols Gewerkschaften sollen überlegen, was das soll. Langsam frage ich mich schon: Ist Arbeit auch noch ein Wert?“, meint Alfreider. Wenn so oft an einem Freitag gestreikt werde, so sehe das nach einem „verlängerten Wochenende“ aus. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1094796_image" /></div> <BR /><BR />ASGB-Landessekretär für Transport und Verkehr Hans Joachim Dalsass hält diese Streiks hingegen für mehr als gerechtfertigt. Gestreikt werde, weil der nationale Kollektivvertrag verfallen sei. Das Land Südtirol gleiche den Kaufkraftverlust nicht mit territorialen Abkommen aus. Im Transportsektor gebe es mehr Mitarbeiter ohne Zusatzverträge als mit Zusatzverträgen. Es wäre an der Zeit, vom Land und vom Landesrat wieder einmal zu Gesprächen eingeladen zu werden. „Die letzte Einladung ist schon lange her. Auch die Vorgaben bei der Linienführung sollten besprochen werden, ebenso die Turnus-Einteilung.“