Überlegt werde zudem, den Energiebonus nur mehr Antragsstellern zuzusprechen, die sich verpflichten, das gesamte Gebäude zu konventionieren.<BR /><BR />„Soziale Funktion von Eigentum“ ist eine der Lieblingsbegrifflichkeiten des Landeshauptmanns. „Warum sollen einige Baugründe oder Wohnungen horten, wenn sie anderen fehlen?“, fragte er bei Einführung der Super-GIS auf Leerstand und brachliegende Baugründe. Und diesem Credo bleibt er treu. „Mögen mich auch manche eine rote Socke oder Kommunisten nennen. Da ändert man mich nicht mehr“, so Kompatscher.<h3> Strategiewechsel für leistbares Wohnen</h3> Um leistbares Wohnen für die Südtiroler zu ermöglichen, brauche es einen Strategiewechsel. „Wir müssen in die Vollen gehen.“ Konkret: „Alle neuen Wohnungen, die gebaut werden, sollen konventioniert werden“, sagt Kompatscher. <BR /><BR /><embed id="dtext86-64667699_quote" /><BR /><BR />Südtirol verzeichnet jährlich einen Einwohnerzuwachs von 2500 Bürgern. Gleichzeitig entstehen 2000 neue Wohnungen. „Man muss kein Rechenmeister sein, um zu verstehen, dass diese nicht reichen, weil Wohnraum nicht konsequent Einheimischen zugeführt wird.“ Vielmehr stünden manche leer, viele würden als Zweitwohnungen an Gutbetuchte von auswärts verkauft. <BR /><BR />Damit soll mit Herbst Schluss sein. Im September will die Regierung ihr Gesetz zum neuen Wohnen vorlegen. „Darin wird auch die Pflicht zur Konventionierung aller neuen Wohnungen enthalten sein“, so Kompatscher. Im Koalitionsprogramm wurde vereinbart, die Konventionierungen stärker zu kontrollieren und „auszudehnen“: Wenn schon, dann ganz.<h3> Ausschlag gibt, wer Wohnung besetzt</h3>Um Missverständnisse zu vermeiden: Bei der Konventionierung interessiert nicht, wem die Wohnung gehört, sondern wer sie besetzt. Darin wohnen darf nur, wer in Südtirol seinen Wohnsitz oder Arbeitsplatz hat.<BR /><BR />Und Kompatscher stellt eine weitere Überlegung in den Raum: Der Kubaturbonus für energetische Sanierung könnte nur mehr jenen zugesprochen werden, die sich verpflichten, mit dem Zubau das ganze Gebäude zu konventionieren. In der Wohnbauförderung wurde die ewige Konventionierung 2013 eingeführt. Zuvor gab es Bindungen, die nach 20 bzw. 30 Jahren, also derzeit schrittweise auslaufen „Wir müssen einschreiten, um Spekulation zu verhindern, und der Kubaturbonus wäre die Chance dazu“, sagt der Landeshauptmann. Keiner werde zu etwas gezwungen, doch wer einen Stock draufbauen will, darf nur mehr Ansässige im Haus wohnen lassen.<BR /><BR /><embed id="dtext86-64667695_quote" /><BR /><BR />Die SVP-Arbeitnehmer gehen mit. „Allerdings mit gleichen Regeln für alle. Es darf keine Schlupflöcher für große Bauträger, für Raumordnungsverträge zwischen Gemeinden und Privaten geben“, sagt Ex-Wohnbaulandesrätin Waltraud Deeg. <BR /><BR />Denn: Derzeit kann man sich von der Konventionierung mit der Bezahlung der doppelten Baukostenabgabe freikaufen. Eingeführt wurde dies 2018 mit dem Urbanistikgesetz, um EU-rechtliche Bedenken gegen die ewige Konventionierung als starken Engriff ins Privateigentum abzufedern. Wer Geld hat, muss sich also um die Konventionierung nicht sorgen. Nun will das Land die Lücke schließen. „Wir werden die Kosten stark erhöhen“, so Kompatscher. So stark, dass sich ein Freikauf nicht lohnt.