Weil die Südtiroler Kunden wegen der Preiserhöhungen verunsichert sind, wird ihnen ein Strom-Fixpreis für fünf Jahre angeboten. Dazu werden nun aber auch kritische Stimmen laut.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1315644_image" /></div> <BR />Laut Alperia-Generaldirektor <b>Luis Amort</b> lag der PUN (Prezzo Unico Nazionale), der Strompreis an der Börse, im März aufgrund des Konflikts mit dem Iran bei 144 Euro, im April und Mai sei der PUN dann auf etwa 120 bzw. 123 Euro gesunken. Der Preis habe sich somit zwar inzwischen beruhigt, aber die Unsicherheit in den nächsten Monaten werde andauern. „Viele unserer Kunden sind beruhigter, wenn sie die Sicherheitsschiene fahren können“, berichtet Amort. „Diese Kunden möchten einen Fixpreis-Vertrag abschließen und wollen sich nicht Sorgen machen wegen künftiger Entwicklungen.“ Amort geht davon aus, dass es wegen des Konflikts um die Straße von Hormus noch monatelang Probleme und Engpässe geben wird. Selbst wenn der Konflikt beendet werde, werde dort nicht von heute auf morgen Normalität einkehren, vermutet der Alperia-Generaldirektor. „20 Prozent des gesamten Energiemarktes betreffen diese Straße“, meint Amort. <BR /><BR />Zurzeit sei man in einer Phase in Italien, „in der sehr viel produzierter Strom auf dem Markt ist – und sehr wenig verbraucht wird“. In den vergangenen Wochen sei die Stromnachfrage in Italien nicht sehr hoch gewesen: „Es gab sehr viel Sonne, aber Klimaanlagen musste man noch nicht einschalten – und die Heizperiode ist bereits vorbei“, sagt Amort. Der Stromverbrauch sei mit Strom aus nachhaltigen Quellen wie Windenergie, Sonnenenergie (Fotovoltaik) und über die Wasserkraft praktisch völlig abgedeckt worden – man habe kein Gas und keine fossilen Stoffe für die Stromproduktion gebraucht. Deshalb seien diese fossilen Stoffe auch bei der Preisberechnung nicht berücksichtigt worden. Ob sich diese Preisstabilität hält, müsse man erst sehen.<BR />Amort betont auch, dass man mit dem Fünf-Jahres-Fixpreis den Kunden ein Angebot unterbreite, „bei dem wir auf einen Teil der Marge verzichten“.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1315647_image" /></div> <BR /><b>Andreas Leiter Reber</b> (Freie Fraktion) kritisiert, dass eine finanzielle Entlastung seitens des Landes über ein Alperia-Fixpreis-Angebot abgewickelt werden soll: „Die Alperia ist eine Gesellschaft, die zu 100 Prozent der öffentlichen Hand gehört. Die Landesregierung und die Gemeinden verzichten auf höhere Einnahmen und leiten die Erleichterung aber nur den Kunden ‚ihres’ Betriebs weiter. Das verzerrt den freien Markt und alle Bürger, die Nicht-Alperia-Kunden sind, werden damit gezielt benachteiligt“, bemängelt Leiter Reber.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1315650_image" /></div> <BR /><BR /><b>Rudi Rienzner</b>, CEO der Stromgenossenschaft „Oetzi Energy“, meint hingegen: „Wir sind grundsätzlich kritisch, wenn Alperia-Preise aufgrund von Druck durch das Land gemacht werden, weil dies Wettbewerbsverzerrung bedeutet bzw. nicht den Wettbewerbsregeln entspricht. Andererseits deutet der angebotene Preis nicht darauf hin, dass es da eine Intervention gab. Der angebotene Preis bindet für fünf Jahre. Wir bieten aus Prinzip keine Fixpreise an. Aufgrund der Börsenpreise – so wie sie sich entwickeln – würde ich mich nicht für fünf Jahre binden“, meint Rienzner. Das Angebot von Alperia sei jedenfalls „nicht großartig“. <b>Thomas Gasteiger</b>, Vorsitzender des Energieverbandes (SEV) will sich zum Fixpreis-Angebot der Alperia nicht äußern. Nur so viel: „Was Fixpreise betrifft, so steht es jedem Stromanbieter frei, welche Angebote er macht.“ Der Verband habe sich zum Thema Fixpreise bereits in einer Mitteilung geäußert.