Die „Bild“-Zeitung meldete am Donnerstag unter Berufung auf eine nicht genannte Quelle, Seehofer habe bereits in einer Absprache mit Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg seine eventuelle Bereitschaft zum Verzicht auf den Parteivorsitz 2011 erklärt - sofern die Umfragewerte nicht aus dem Keller kommen. Ein CSU-Sprecher bezeichnete die Meldung als „frei erfunden“ und „Quatsch“.Hintergrund sind die anhaltend schlechten Umfragewerte sowohl der gesamten Union im Bund wie auch der CSU in Bayern. Die Zustimmungswerte der CSU haben in den vergangenen zwei Jahren seit Seehofers Amtsantritt eher ab- als zugenommen, sie lagen in den jüngsten Umfragen um die 40 Prozent. Aktuell steht die Frage eines Wechsels im Parteivorsitz nicht auf der Tagesordnung, da der CSU-Chef erst 2011 beim übernächsten großen Parteitag zur Wahl steht.Guttenberg wird schon seit einigen Monaten von vielen in der CSU als kommender Vorsitzender gesehen - manche CSU-ler scherzen sogar, das sei „unvermeidlich“. Eine Achse mit Guttenberg gebildet hat nach einer verbreiteten Einschätzung in der Partei vor allem der Berliner Landesgruppenchef Hans-Peter Friedrich, der wie Guttenberg aus Oberfranken stammt. Der Zeitpunkt eines Wechsels im Parteivorsitz gilt CSU-intern aber als offen.