Samstag, 9. April 2022

Amhof: „Zeit, persönliche Befindlichkeiten beiseitezuschieben“

Und dann ging plötzlich alles ganz schnell: Nach dem gemeinsamen Vorschlag von Obmann Philipp Achammer und Landeshauptmann Arno Kompatscher haben die SVP-Abgeordneten am Freitag überraschend Magdalena Amhof einstimmig zu ihrer Fraktionssprecherin gewählt. Dabei hatte die Arbeitnehmer-Vorsitzende das Amt bis zuletzt abgelehnt.

Die neue SVP-Fraktionsvorsitzende: Magdalena Amhof. - Foto: © SVP

STOL: Frau Amhof, darf man gratulieren?
Magdalena Amhof: Ja, danke – obwohl dieses Amt schon auch eine schwere Bürde ist. Aber ich gehe es mit großem Verantwortungsbewusstsein an.

STOL: Dabei wollten Sie bis zuletzt nichts vom Fraktionsvorsitz wissen. Woher der plötzliche Sinneswandel?
Amhof: Ich habe mich schlichtweg nicht drüber aus gesehen, in dieser Situation das Amt der Fraktionssprecherin zu übernehmen. Heute (gestern, Anm. d. Red.) ging es den ganzen Vormittag zwischen Helmut Tauber und meiner Person hin und her. Erst als dann Landeshauptmann und Parteiobmann gemeinsam mich vorgeschlagen haben, habe ich zugestimmt und bin schließlich auch einstimmig gewählt worden.

STOL: Was braucht die zuletzt doch stark entzweite SVP-Fraktion am Dringendsten?
Amhof: Jetzt geht es in erster Linie darum, wieder zusammenzuführen, was in den letzten Tagen und Wochen zerbrochen ist. Bis jetzt standen persönliche Befindlichkeiten im Vordergrund. Jetzt ist es an der Zeit, diese wieder hintanzustellen und professionell an Sachthemen zu arbeiten. Denn Arbeit gibt es genug.

STOL: Und wie sieht Ihr erster Schritt aus, um das zu erreichen?
Amhof: Ich habe gleich nach meiner Wahl zur Fraktionsvorsitzenden einen Appell an alle Kolleginnen und Kollegen gerichtet, dass es jetzt darum geht, dass alle, aber auch wirklich alle, persönliche Befindlichkeiten jetzt beiseite schieben müssen.

STOL: Mit einem Appell allein wird es aber kaum getan sein.
Amhof: Nein, sicher nicht. Aber ich stehe als Fraktionssprecherin ja auch nicht alleine da. Helmut Tauber und ich werden als Team ganz eng zusammenarbeiten. Das haben wir gestern auch klar so ausgemacht. Für mehr kam die Wahl für mich gestern einfach zu überraschend (lacht). Ich werde mir jetzt übers Wochenende aber die Zeit nehmen, um zu überlegen, wie ich die Fraktion aufstellen möchte.

STOL: Es geht darum, den Ausgleich in der Fraktion zu finden?
Amhof: Nicht nur innerhalb der SVP-Fraktion, sondern auch mit der Opposition. Schließlich befinden wir uns in einer politischen Krise – und nicht nur in einer Krise der SVP. Das heißt, dass wir auch der Opposition ein Stück weit entgegengehen müssen.

STOL: Mit Ihnen haben die SVP-Arbeitnehmer jetzt neben Landesrätin Waltraud Deeg auch einen zweiten gewichtigen Posten im Landtag. Eine Aufwertung für die Arbeitnehmer?
Amhof: Das hat bei der gestrigen Entscheidung überhaupt keine Rolle gespielt. Aber wenn man es unter dem Leitspruch von Obmann Achammer, dass die Partei weiblicher und sozialer werden muss, sehen will, dann stimmt das schon.

Alle Berichte zur Abhör-Affäre lesen Sie hier.

em

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