Dienstag, 19. Mai 2020

Gastronomie: „An Abstandsregeln wird nicht gerüttelt“

Südtirol hat sein Landesgesetz, dieses gilt und an diesem wird in Sachen Abstandregeln nicht gerüttelt: Obwohl der Staat ein Meter vorsieht, bleibt es in Südtirol bei 2 Metern Abstand in Bars und Restaurants, berichtet das Tagblatt „Dolomiten“ am Dienstag.

In Südtirol bleibt die 2-Meter-Regel in der Gastronomie bestehen.
Badge Local
In Südtirol bleibt die 2-Meter-Regel in der Gastronomie bestehen. - Foto: © Matteo Groppo
Lockerungen diskutiert die Landesregierung am Dienstag zu FFP2-Masken, doch dürfte es auch dazu vorerst nicht kommen. Dafür erlaubt der Landeshauptmann per Verordnung Sport im Freien mit Trainer.

Festgelegt wird, dass Fitnessstudios „rund um den 25. Mai “ öffnen dürfen. Rom hatte am Wochenende verfügt, dass alle Fitnessstudios und Schwimmbäder am 25. Mai wieder ihre Türen öffnen dürfen.


Südtirol ist dank Landesgesetz früher mit wirtschaftlichen Aktivitäten (Einzelhandel, Friseure, Bars, Restaurants) gestartet als der restliche Stiefelstaat.

Seit Montag hat der Staat nachgezogen und dabei teilweise lockerere Sicherheitsauflagen vorgesehen als das Land. Beim Bürger sorgt dies für Verwirrung, und der Druck der Wirtschaft, kulantere Auflagen vom Staat zu übernehmen, steigt.



Gastronomie: 2-Meter-Abstand bleibt bestehen

„Der Staat redet nie von FFP2-Masken, zwingt nicht zu Sicherheitsinstallationen im Kassenbereich und sieht nur ein Meter Abstand in Bars und Restaurants vor“, so hds-Chef Philipp Moser.



Fazit: „Der 2-Meter-Abstand in Südtiroler Bars und Restaurants muss weg“, so Moser. Das will auch der HGV, und die in Südtirol vorgeschriebenen, belastenden FFP2-Maksen bei Kellnern sind ihm ebenfalls ein Dorn im Auge. „Aber wir können uns nicht nur die Rosinen aus dem Kuchen picken“, meint Präsident Manfred Pinzger. Immerhin erlaube das Land Buffets, während der Staat sie verbiete.

„Vorteilhafte Regeln des Staates zu übernehmen, wäre gut, schließlich wurden diese ja auch von Experten geschrieben“, sagt lvh-Chef Martin Haller. Wenn, dann sollten diese Änderungen aber für Wochen gelten. „Wir brauchen Kontinuität.“

Doch so schnell wird es am Landesgesetz keine Änderungen geben. „Egal, was der Staat zu den Sicherheitsauflagen vorgelegt hat, in Südtirol gilt das Landegesetz. Das ist eine große Errungenschaft, und wir sind nach wie vor überzeugt, dass man bei Kontakten unter 2 Metern eine Maske tragen soll“, sagt Landeshauptmann Arno Kompatscher.

Insofern werde auch an der 2-Meter-Abstandsregel im Gasthaus „nicht gerüttelt.“ Denn: „Es wäre absurd, dass die Leute im Freien unter 2 Metern eine Maske tragen müssen, im Restaurant dann aber auf einen Meter beisammen hocken können“, so Tourismuslandesrat Arnold Schuler.

Mehrere Präzisierungen in neuer Verordnung

Fazit nach der Sitzung der SVP-Leitung: „Wir haben ein Landesgesetz mit eigenen Geschwindigkeiten und werden die ersten sein, die Lockerungen beschließen, wenn es die Lage erlaubt“, so Obmann Philipp Achammer.

„Die guten Zahlen, die wir derzeit haben, sind eine Fotografie von vor 2 Wochen“, sagt Gesundheitslandesrat Thomas Widmann. Erst Mitte nächster Woche wisse man, wie sich die Öffnungen ab dem 8. Mai auf die Infektionskurve auswirken. Insofern diskutiere die Landesregierung heute zwar über FFP2-Vorschriften. „Ich bin aber dafür, vorerst alles so zu lassen, wie es ist“, sind die Landesräte eigentlich alle einer Meinung.

Trotzdem wird es am heutigen Dienstag eine Verordnung des Landeshauptmanns geben. Damit es einen deutschen Text dazu gibt, übernimmt das Land die seit Montag geltenden Einreisebestimmungen.

Aus Arbeitsgründen ist die Einreise für alle EU-Bürger, aber auch Schweizer erlaubt (ohne Begrenzung auf 72 Stunden). Ebenso dürfen Mitarbeiter italienischer Firmen nach Kurzeinsätzen im Ausland zurück nach Italien, ohne 14 Tage Quarantäne absolvieren zu müssen.

Zum zweiten gibt es eine Präzisierung, wonach mit den Bestimmungen im Landesgesetz zu den Schwimmbädern auch die öffentlichen gemeint sind.

„Zum dritten wird es eine Klarstellung zum Abhalten von Sport im Freien unter Anleitung geben, wie zum Beispiel eine Laufgruppe mit Trainer“, sagt der Landeshauptmann.

Und die Landesregierung legt am heutigen Dienstag das Datum fest, an dem in Südtirol die Fitnessstudios ihre Tore wieder öffnen dürfen und auch Indoor-Sport (Turnhallen) wieder zulässig ist. Der Staat hat für die Fitnessstudios den 25. Mai vorgeben. „In etwa um diesen Termin herum wird es bei uns auch sein“, sagt Landeshauptmann Kompatscher. Die Sicherheitsauflagen werden in den nächsten Tagen per Verordnungen erlassen.

Die neue Verordnung ist Thema in der Medienkonferenz am Dienstagnachmittag.

bv

Schlagwörter: