Samstag, 30. März 2019

An Khashoggi-Mord beteiligte Saudi-Araber in USA ausgebildet

Einige Mitglieder der Sondereinsatztruppe, die den regierungskritischen saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi ermordet hat, haben laut einem Pressebericht eine Ausbildung in den USA erhalten. Das hätten seine Gespräche mit mehr als einem Dutzend Quellen in den USA und Saudi-Arabien ergeben, berichtete David Ignatius, Kolumnist der „Washington Post”, am Samstag.

Welche Rolle Saudi-Arabiens Kronprinzen Mohammed bin Salman im Fall Khashoggi gespielt hat, ist weiterhin unklar.
Welche Rolle Saudi-Arabiens Kronprinzen Mohammed bin Salman im Fall Khashoggi gespielt hat, ist weiterhin unklar. - Foto: © APA/AFP

Der US-Auslandsgeheimdienst hat demnach mehrere US-Behörden darüber informiert, dass einige dieser Spezialausbildungen womöglich in dem Unternehmen Tier 1 Group im US-Staat Arkansas erfolgt seien, das eine entsprechende Genehmigung des US-Außenministeriums gehabt habe.

”Das Training fand vor dem Khashoggi-Zwischenfall statt”, hob Ignatius hervor. Nach dem Mord an dem Regierungskritiker habe keine solche Ausbildung für saudi-arabische Agenten mehr stattgefunden. Auch andere Austauschprogramme zwischen den USA und Saudi-Arabien im Sicherheitsbereich seien ausgesetzt worden.

Ermordung durch 15 Sonderagenten

Khashoggi, der als Kolumnist für die „Washington Post” gearbeitet hatte, war am 2. Oktober in Saudi-Arabiens Konsulat in Istanbul von einem extra angereisten Kommando aus 15 saudi-arabischen Agenten ermordet worden.

Unter internationalem Druck räumte Riad nach wochenlangen Dementis schließlich ein, dass der Regierungskritiker bei einem missglückten Einsatz zu seiner Festnahme getötet worden sei. In Saudi-Arabien müssen sich seit Anfang Jänner 11 Verdächtige wegen des Mordes verantworten.

Noch viele Fragezeichen im Fall Khashoggi

Viele Fragen in dem Fall sind weiter ungeklärt, etwa die Rolle von Saudi-Arabiens mächtigem Kronprinzen Mohammed bin Salman. Ignatius gab in der „Washington Post” die Angaben eines Saudi-Arabers wieder, der ein Abhörprotokoll von Khashoggis Ermordung in dem Istanbuler Konsulat gelesen habe. Dieses enthalte Hinweise, dass ursprünglich geplant gewesen sei, Khashoggi nach Saudi-Arabien zu entführen und dort zu inhaftieren.

In dem Bericht wird außerdem dargelegt, dass die Mitschrift auf ein brummendes Geräusch verweise. Dabei habe es sich möglicherweise um eine elektrische Säge gehandelt, mit der Khashoggis Leiche zerstückelt worden sei.

apa/ag.

stol