Mittwoch, 26. August 2020

Andocken bei anderen Fraktionen

Angetreten, um der SVP das Fürchten zu lehren, geht das Team K aus der 600-Euro-Affäre nicht nur numerisch dezimiert hervor.

Mit dem Abgang von Sepp Unterholzner vom TK bahnt sich eine Verschiebung der Kräfte im Landtag an.
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Mit dem Abgang von Sepp Unterholzner vom TK bahnt sich eine Verschiebung der Kräfte im Landtag an. - Foto: © DLife/LO
In einer Mitteilung an den Landtag erwägt TK-Dissident Josef Unterholzner zudem den Beitritt zu einer anderen Fraktion. „Wenn er sich konstruktiv einbringt, ist die SVP immer an thematischer Zusammenarbeit interessiert“, sagt Obmann Philipp Achammer.

Weil er sich „nicht länger an der Nase herumführen lässt“, hat Josef Unterholzner dem Team K den Rücken gekehrt. Während man dort so tut, als wäre der Verlust verkraftbar, da der sperrige „Sepp eh nie gut zur Truppe“ gepasst hätte, setzt Unterholzner Fakten, die das Kräfteverhältnis im Landtag verändern könnten. In einem Schreiben an den Landtag informiert Unterholzner, dass er seit 18. August nicht mehr dem TK angehört ( STOL hatte berichtet). „Zeitnah teile ich mit, ob ich eine eigene Fraktion bilde oder einer anderen Fraktion beitrete“.

„Stimmt“, bestätigt Unterholzner. Ein altes Eisen lasse sich nicht mehr leicht verbiegen, und mit einer eigenen Fraktion sei er freier. „Trotzdem werde ich bis Ende nächster Woche das Terrain bei den anderen Parteien sondieren und dann entscheiden.“ Interesse an seinem Beitritt gebe es von vielen Seiten. „Im Prinzip kommen für mich aber nur Freiheitliche oder SVP in Frage“, so Unterholzner.

Die Freiheitlichen warten ab. „Aus Unterholzners Äußerungen, wonach er mitentscheiden will, leite ich aber ab, dass es ihn eher zur SVP zieht“, sagt F-Obmann Andreas Leiter Reber.

In der Tat käme der Mehrheit ein weiterer Unterstützer durchaus gelegen, denn 19 Stimmen sind knapp. Zudem war Unterholzner bis zur Landtagskandidatur fürs TK ein SVP-Mitglied.

„Wenn sich jemand wirklich konstruktiv einbringt, ist die SVP immer an einer thematischen Zusammenarbeit interessiert“, sagt SVP-Chef Achammer. Bewusst lässt er offen, ob damit ein Beitritt zur SVP gemeint ist. Einen fliegenden Wechsel Unterholzners in die SVP-Fraktion können sich nur wenige vorstellen. Es würde aber schon durchaus reichen, wenn Unterholzner seine Fraktion gründet und die Mehrheit von außen unterstützt.

Er wäre dabei nicht der Erste. Carlo Vettori ist aus der Lega ausgetreten, hat seine Fraktion gebildet, stimmt aber weiter mit der Mehrheit.

bv