„Ich habe auf der Liste kandidiert, jedoch immer darauf Wert gelegt, als unabhängiger Kandidat agieren zu können“, schreibt Colli in einem offenen Brief. „Wir wollten nicht nur meckern, sondern mitgestalten und dazu beitragen Südtirol zu einem besseren Ort zu machen.“<h3> „Empfinde Landtagsarbeit von JWA als kontraproduktiv“</h3>Die bisherige Landtagsarbeit der Liste JWA empfinde Colli weder als befriedigend noch als zielführend „und teilweise sogar als kontraproduktiv“. Er sei mit dem Ziel zur Wahl angetreten, „als Abgeordneter einen Beitrag zu leisten und somit Dinge, die in unserem Land besser laufen könnten und müssten, zu verändern und hierfür konstruktive Vorschläge einzubringen“. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1087470_image" /></div> <BR /><BR />Politische Kommunikation sei geprägt durch Wettbewerb, und die Konfrontation der Meinungen, „weshalb in sachlich, konstruktiven Auseinandersetzungen mit anderen im Landtag vertretenen Parteien Wut und Ego in Diskussionen vermieden werden sollten, da eine Verhärtung der Fronten zu keinem Ergebnis führt“.<BR /><BR /><i><b>Bevor Sie weiterlesen, stimmen Sie ab:</b></i><BR /><BR /> <div class="embed-box"><div data-pinpoll-id="285475" data-topic="interests-properties-sp" data-autoplay></div></div> <h3> „Es ist mehr als unbefriedigend, für den Papierkorb zu arbeiten“</h3>Colli weiter: „Beinahe alle JWA-Anträge finden aufgrund der politischen Ideologie und der Art der Kritik keine Mehrheit und es ist mehr als unbefriedigend, für den Papierkorb zu arbeiten.“ Einfach nur auf Probleme und Missstände hinzuweisen, ohne Alternativlösungen vorzuschlagen, sei für ihn zu wenig.<BR /><BR />Auch politische Differenzen nennt Colli als Grund für seinen Austritt: Wenn solche unter den Abgeordneten einer Liste zu groß würden und Entscheidungen getroffen würden, „die weder abgesprochen sind noch mitgetragen werden können“, dann müsse man sich trennen. <BR /><BR />„Nun muss ich aber meine Konsequenzen ziehen und gebe mit heutigem Datum und Wirkung meinen Austritt aus der Fraktion ,Liste JWA‘ bekannt.“<BR /><BR />Das Mandat im Südtiroler Landtag werde er als freier und parteiloser Abgeordneter weiterhin ausüben.<h3> Wirth Anderlan: „Schritt schwer nachzuvollziehen“</h3><BR /><div class="img-embed"><embed id="1087482_image" /></div> <BR /><BR /><BR />Knapp eine Stunde nach der öffentlichen Kündigung von Andreas Colli meldet sich Jürgen Wirth Anderlan via Pressemitteilung zu Wort: „Ich wusste, dass Andreas bereits seit längerer Zeit mit seiner Rolle im Landtag hadert. Ich habe ihm deshalb auch mehrfach ein klärendes Gespräch angeboten, worauf er jedoch nie eingegangen ist.“<BR /><BR /> Für Wirth Anderlan sei es „von Anfang an“ klar gewesen, „dass die Liste JWA im Landtag aus unabhängigen Kandidaten besteht, die frei und selbstbestimmt ihrer Arbeit nachgehen. Ohne Fraktionszwang“. Insofern finde er es schwer nachvollziehbar, dass Colli sich für diesen Schritt entschieden habe. <h3> Zur Person: Andreas Colli</h3>12 Jahre lang war Andreas Colli (59) Bürgermeister von Kastelruth, 2022 trat der Gemeinderat aus Protest gegen ihn und seine impfkritische Haltung zurück. Colli gelang die Wiederwahl nicht – dafür vor einem Jahr der Sprung ins Hohe Haus.