Die italienische Verkehrsregulierungsbehörde (Autorità di regolazione dei trasporti, ART) arbeite an einer grundlegenden Reform der Autobahngebühren, betont Walther Andreaus. <BR /><BR />„Die Verkehrsregulierungsbehörde ART will laut deren Präsidenten Zaccheo künftig Rückerstattungen für Autofahrer vorsehen, wenn diese auf Autobahnen durch Baustellen oder massive Verkehrsbehinderungen erhebliche Verzögerungen erleiden“, so Andreaus. <BR /><BR />Vor einer Woche hatte der Verbraucherschutzverein Robin bereits auf die Problematik hingewiesen und gefordert, dass auch die Brennerautobahngesellschaft bei Staus und Baustellen die Mautgebühren senken müsse. Die Antwort des Präsidenten der Brennerautobahn AG ließ nicht lange auf sich warten: „Wir dürfen Mautgebühren nicht selbst senken“, sagte er im Interview mit uns <a href="https://www.stol.it/artikel/politik/herr-reichhalter-senkt-die-a22-nun-die-mautgebuehren-bei-staus" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">(hier finden Sie das gesamte Interview).</a><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1216266_image" /></div> <BR /><BR />„Diese Aussage ist angesichts der neuen Entwicklung gleich doppelt falsch. Erstens, weil die Antitrustbehörde und anschließend das Verwaltungsgericht Latium (TAR) bereits entschieden haben, dass Autobahnbetreiber für die Verweigerung von Gebührensenkungen bestraft werden können“, sagt Andreaus nun. „Und zweitens, weil die ART nun klarstellt, dass Rückerstattungen sehr wohl Sache der Betreiber sind – und nicht des Staates, wie der Autobahnpräsident glauben machen wollte.“<h3> Zeitschiene der Reform</h3>Die ART will die neuen Regeln ab Januar 2026 einführen. Dafür braucht es noch grünes Licht von der Politik. Für die Autofahrer wird die Reform jedoch erst zwischen 2027 und 2028 spürbar, wenn die Finanzpläne der Konzessionäre erneuert werden und die neuen Mechanismen greifen.<h3> Wie die Maut bisher berechnet wird</h3>Derzeit werden die Autobahngebühren regelmäßig angepasst, ohne dass ein klarer Zusammenhang zu den tatsächlich getätigten Investitionen besteht. Der Verbraucher zahlt also stets den vollen Preis – selbst dann, wenn Baustellen, reduzierte Fahrspuren oder lange Staus den Service massiv einschränken. Genau hier setzt die Reform an: Künftig sollen die Tarife stärker an die realen Investitionen gekoppelt werden.<BR /><BR />Noch wichtiger für die Verbraucherrechte ist aber der geplante Paradigmenwechsel: Wenn die Qualität des Dienstes nicht eingehalten wird – etwa wegen Dauerbaustellen – sollen Nutzer direkt entschädigt werden.