Steigende Energiepreise könnten sowohl Haushalte als auch Unternehmen stark belasten und erneut die Inflation antreiben – eine Entwicklung, die Europa bereits nach dem Gaspreisschock der Jahre 2021 bis 2022 erlebt hat.<BR /><BR />Italien weiterhin unter den teuersten Strommärkten Europas<BR />Italien gehört weiterhin zu den Ländern mit den höchsten Strompreisen für Haushalte in Europa. Laut Daten von Eurostat liegt das Land seit Jahren im oberen Bereich der europäischen Strompreise für private Verbraucher, heißt es von der Verbraucherschutzorganisatin Robin.<BR />Auch Südtirol sei vollständig in dieses gesamtstaatliche Stromsystem eingebunden. „Dadurch zahlen Südtiroler Haushalte dieselben hohen Strompreise wie im restlichen Italien – obwohl die regionale Stromproduktion stark von Wasserkraft geprägt ist“, heißt es von Robin.<h3> Gaspreis bestimmt den Strompreis</h3>Der Grund liege im aktuellen Strommarktmodell. Der Strompreis richte sich nach dem teuersten Kraftwerk, das zur Deckung der Nachfrage benötigt wird – häufig ein Gaskraftwerk.<BR /><BR />In Italien stammen rund 45 Prozent der Stromproduktion aus Gaskraftwerken, deren Brennstoff importiert werden muss. Dadurch reagiert der gesamte Strommarkt empfindlich auf internationale Gaspreisschwankungen.<BR /><BR /><embed id="dtext86-73923222_quote" /><BR /><BR />„Für Südtirol ist diese Situation besonders paradox: Das Land produziert einen großen Teil seines Stroms aus günstiger Wasserkraft und weist regelmäßig Stromüberschüsse auf. Trotzdem orientiert sich der Strompreis auch hier am importierten Gas“, heißt es von Robin.<BR /><BR />„Südtirol produziert mehr Strom aus Wasserkraft, als es selbst verbraucht – und dennoch zahlen unsere Familien Gaspreise für Strom“, sagt Robin-Geschäftsführer Walther Andreaus. „Das ist weder energiepolitisch sinnvoll noch sozial gerecht.“