Donnerstag, 13. Dezember 2018

Angreifer von Straßburg wurde vor Tat aus Deutschland angerufen

Der mutmaßliche Angreifer vom Straßburger Weihnachtsmarkt ist einem Medienbericht zufolge unmittelbar vor der Tat aus Deutschland angerufen worden.

Schwer bewaffnete Polizisten im Einsatz Foto: APA (AFP)
Schwer bewaffnete Polizisten im Einsatz Foto: APA (AFP)

Cherif Chekatt sei aber nicht ans Telefon gegangen, berichtete das Inforadio des rbb am Mittwochabend unter Berufung auf Sicherheitskreise. Unklar ist demnach, wer ihn anrief und warum. Dieser Frage würden deutsche Ermittler nun intensiv nachgehen.

Chekatt war 2016 in Deutschland wegen zweifachen Einbruchdiebstahls zu zwei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Ein Jahr später wurde er nach Frankreich abgeschoben. Er soll am Dienstagabend bei einem Angriff auf dem Straßburger Weihnachtsmarkt drei Menschen getötet und zwölf weitere verletzt haben. Französische und deutsche Ermittler fahnden unter Hochdruck nach dem 29-Jährigen.

Die französische Polizei veröffentlichte ein Fahndungsfoto des Attentäters samt Täterbeschreibung. Auch süddeutsche Bundespolizei-Stationen, das deutsche Bundeskriminalamt und die Schweizer Bundespolizei verbreiteten am Mittwochabend auf Twitter den Aufruf der Police National.

In dem Aufruf heißt es: „Der Mann ist gefährlich, bitte nicht selbst eingreifen”. Der Gesuchte sei 29 Jahre alt, 1,80 Meter groß, habe kurze Haare, sei vielleicht Bartträger und habe eine Narbe auf der Stirn.

Unterdessen kam es in der Schweiz nahe der deutschen Grenze zu einem Polizeieinsatz. Die Kantonspolizei Aargau gab jedoch schnell Entwarnung. Eine Reisende habe Donnerstagfrüh bei Rheinfelden den Verdacht geäußert, der Gesuchte sei in ihrem Zug, sagte ein Polizeisprecher.

Die Polizei habe den Mann an der nächsten Haltestelle in Frick rund zehn Kilometer südlich von Bad Säckingen in Baden-Württemberg aus dem Zug geholt und eingehend überprüft. Sie habe schnell festgestellt, dass es sich bei dem Mann nicht um den Verdächtigen handelte. Solche Einsätze nach Hinweisen von Passanten oder Passagieren gebe es alle Tage, sagte der Sprecher.

apa/ag./dpa

stol