„Die Ukraine will unbedingt Frieden, doch sie ist nicht bereit, sich einfach zu ergeben“, sagte Selenskyj am Montag in einer Rede zum Unabhängigkeitstag in Kiew. Zu den Feierlichkeiten in Kiew wurden unter anderem der britische Premierminister Andy Burnham und EU-Ratspräsident António Costa erwartet. Zudem ist am Montag ein Treffen der sogenannten Koalition der Willigen geplant.<BR /><BR />Bei dem russischen Angriff in Charkiw gab es auch zahlreiche Verletzte, wie Gouverneur Oleh Synjehubow über den Kurznachrichtendienst Telegram mitteilte. Die Suche nach weiteren möglichen Opfern dauere an. Darüber hinaus traf das russische Militär nach eigenen Angaben einen Tanker mit Treib- und Schmierstoffen für ukrainische Truppen in der Nähe von Odessa. Das Schiff habe sich im Hafen von Piwdennyj befunden, teilt das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Zudem seien Anlagen der Hafeninfrastruktur getroffen worden, die zum Entladen und Lagern von militärischen Gütern genutzt würden. Eine Stellungnahme der Ukraine dazu lag zunächst nicht vor.<BR /><BR />Das ukrainische Militär griff unterdessen die russische Region Belgorod mit Drohnen an. Dabei wurden zwei Menschen getötet. Zwei weitere Personen wurden verletzt, wie die Regionalregierung auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mitteilte. In der südrussischen Stadt Krasnodar kamen nach Angaben des örtlichen Gouverneurs zwei Kinder durch herabstürzende Drohnentrümmer ums Leben. Neun weitere Menschen, darunter sieben Kinder, seien verletzt worden, als die Trümmerteile in der Nacht eine private Kindertagesstätte trafen, teilte Gouverneur Wenjamin Kondratjew über den Kurznachrichtendienst Telegram mit.<BR /><BR />Außerdem verübte die Ukraine nach Angaben des russischen Online-Händlers Ozon Drohnenangriffe auf vier seiner Logistikzentren im Süden Russlands. In einer Anlage in Machatschkala in der Republik Dagestan sei ein Feuer ausgebrochen, teilte der Wildberries-Rivale mit. Ersten Erkenntnissen zufolge seien dort mehrere Menschen verletzt worden. Der Betrieb sei eingestellt worden. Zudem stürzten Trümmer auf Wohnhäuser und lösten einen Brand in Lagerhallen aus. Auch in der russischen Region Dagestan im Nordkaukasus setzten herabstürzende Drohnentrümmer Lagerhallen in Brand, wie die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf regionale Behörden meldete.<BR /><BR />Auf den Tag genau seit viereinhalb Jahren wehrt sich die Ukraine mit westlicher Unterstützung gegen den groß angelegten russischen Angriff. Zuletzt hatte die Ukraine verstärkt mit einem Mangel an Munition für Raketenabwehrsysteme zu kämpfen. Vor diesem Hintergrund erklärte der deutsche Außenminister Johann Wadephul am Montag, er setze sich bei anderen Ländern für die Lieferung von Patriot-Munition ein. „Was die Bundeswehr zur Verfügung gestellt hat, das ging wirklich an die Grenze des Verantwortbaren“, so Wadephul. Er habe von Ländern wie Südkorea und Griechenland in dieser Hinsicht weder Zusagen noch Absagen erhalten.