Ein Kommentar von Janos J. Szirtes<BR /><BR />Auf dem weltweit mächtigsten Posten gibt es in wenigen Wochen einen Wechsel. Ein narzisstischer, unberechenbarer Mann wird das Schicksal von uns allen bestimmen, vielleicht auch nur mitbestimmen, mit Methoden, die eher einem Feilschen auf einem Markt im Nahost gleicht, als einer langfristigen Strategie. Für ihn zählt Loyalität (oder vielleicht Gehorsam?) statt Sachverstand. America First. Mit Plänen für Groß-USA mit Grönland, Kanada, Panama-Kanal, die dies gar nicht wollen. Er kommt zur Macht, als die deutsche Regierung noch bis Frühjahr nicht ganz handlungsfähig ist, Frankreich mit Sicherheit der nächsten Regierungskrise entgegen schlittert. Mittelmächte wie Brasilien, Südafrika, aber auch Großmachtanwärter wie Indien wollen mehr Bewegungsfreiheit, entfernen sich von den USA, ohne sich an Russland und China annähern zu wollen. Die Ukraine sieht dem dritten Kriegsjahr ohne Hoffnung auf einen gerechten Frieden entgegen. Im Nah-Ost dieselbe Situation. Das internationale System, das Völkerrecht ändern sich, und keiner weiß, wohin die Reise geht.<BR /><BR />Anno 2025: ein Jahr mit Lösungen? Hoffentlich. Ein Friedensjahr? Wohl kaum. Ein Jahr mit wenigen Kriegen? Schwer vorstellbar. Vielleicht kommt ein Waffenstillstand in der Ukraine, doch weil dies die Ursachen der Aggression nicht löst und keine realistischen Garantien in Sicht sind, wird es kaum lange halten. Wenn die Garantien für den Waffenstillstand von NATO-Ländern kommen und überwacht werden sollen, gehen wir eher auf einen Dritten Weltkrieg als dem Frieden entgegen. Russland wird sich daran nicht halten, wie es auch bisher sich nicht an Verträgen hielt. Im Chinesischen Meer, um Taiwan, rumort es. Republik Srbska möchte sich von Bosnien-Herzegowina abspalten, die Serben wollen Kosovo für sich. Katalonien, Nordirland, Schottland sind nicht vom Tisch. Im Nahost wird es auch weiterhin keinen Frieden geben, niemand weiß, wie dies zu bewerkstelligen wäre. Unsere Umwelt geht langsam den Bach herunter, die kurzfristigen Wirtschaftsinteressen verhindern eine nachhaltige Lösung. Die bürgerliche Demokratie verliert an Zuspruch. Niemand erinnert sich an Churchill mit seiner Aussage, die Demokratie ist nicht gut, er kennt aber nichts Besseres. Die Wähler sind von den traditionellen Parteien enttäuscht. Sie wenden sich denen zu, die bislang außer Kritik keine Änderung aufzeigen können. Sie können es tun, weil sie in der Regel in Opposition sind. Wo sie an die Macht kamen, wie in Ungarn, rutschte das Land von der Mitte der EU an die letzte oder vorletzte Stelle.<BR /><BR />Friedliches, glückliches, erfolgreiches Jahr 2025: mehr Wunsch als realistische Aussicht. Dennoch wünschen wir uns dies. Die Hoffnung stirbt zuletzt.