Donnerstag, 27. Juni 2019

Anschläge in Tunesien - 2 Tote und 8 Verletzte

Im Stadtzentrum der tunesischen Hauptstadt Tunis sind bei zwei kurz aufeinander folgenden Explosionen mindestens 2 Menschen getötet und 8 weitere verletzt worden.

Bei Angriffen in Tunesien wurden 2 Personen getötet. - Foto: APA (AFP)
Bei Angriffen in Tunesien wurden 2 Personen getötet. - Foto: APA (AFP)

Ein Polizist starb im Krankenhaus an seinen Verletzungen, nachdem sich ein Selbstmordattentäter nahe der französischen Botschaft und der historischen Altstadt in die Luft gesprengt hatte.

Wie das Innenministerium in Tunis am Donnerstag mitteilte, gab es kurz darauf auch eine Explosion vor einer Polizeistation im Stadtzentrum. Die Angriffe galten offenbar gezielt Sicherheitskräften. Laut Innenministerium sprengte sich der erste Attentäter direkt neben einem Polizeiwagen in die Luft, der an einer Ecke der zentralen Prachtstraße, der Avenue Habib Bourguiba, von Tunis geparkt war. Fotos vom Anschlagsort zeigten einen demolierten Wagen und Leichenteile des mutmaßlichen Angreifers. Der Innenstadtbereich wurde weiträumig abgesperrt.

Kurz darauf gab es eine weitere Explosion im Stadtteil Al-Gorjani an einer Polizeistation. Hier ist eine spezielle Anti-Terror-Einheit der tunesischen Sicherheitskräfte untergebracht. Nach offiziellen Angaben wurden dabei vier Polizisten verletzt. Ob der Attentäter bei dem Angriff ums Leben kam oder fliehen konnte war zunächst nicht klar.

Das Auswärtige Amt in Berlin rief dazu auf, die Gegend vorläufig zu meiden. Es werde ein terroristischer Hintergrund vermutet, teilte das Krisenreaktionszentrum des Außenamtes mit.

IS reklamiert Anschlag für sich

Am Abend reklamierte die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) den Anschlag für sich. Die beiden Angreifer seien IS-Kämpfer gewesen, hieß es in einer im Internet verbreiteten Mitteilung des IS-Sprachrohrs Amak. Der IS hatte bereits in der Vergangenheit mehrere Anschläge in dem nordafrikanischen Land für sich reklamiert.

Viele Tunesier hatten sich in den vergangenen Jahren dem IS in Syrien, dem Irak und Libyen angeschlossen. Im Grenzgebiet zu Libyen und zu Algerien kam es immer wieder zu Angriffen auf Sicherheitskräfte. Auch der Attentäter auf den Berliner Weihnachtsmarkt, Anis Amri, stammte aus einem kleinen Dorf in Tunesien und bekannte sich zum IS.

apa/ag.

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stol