Donnerstag, 05. November 2020

Anschlag in Wien: 8 Verdächtige bereits zuvor verurteilt

8 der 15 nach dem Terroranschlag in Wien Festgenommenen sind bereits wegen diverser Straftaten verurteilt worden. Wie der österreichische Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) bei einer Pressekonferenz am Donnerstag sagte, wurden 4 von ihnen wegen terroristischer Straftaten, 2 wegen unterschiedlicher Gewaltdelikten und z2 wegen eines versuchten Ehrenmordes in Linz verurteilt.

In Wien wurde der Opfer des Anschlags gedacht. - Foto: © APA / HELMUT FOHRINGER
Laut dem Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, Franz Ruf, bekamen die beiden Männer, die wegen des versuchten Ehrenmordes verurteilt worden waren, hohe Haftstrafen. Einer wurde 2012 zu 10 Jahren Haft verurteilt und 2017 entlassen. Der andere zu 5 Jahren und 6 Monaten. Er wurde 2015 entlassen.

Es sei gelungen, den (von Beamten erschossenen) Täter nach nur 4 Stunden zu identifizieren, so Nehammer. Durch die rasche Identifizierung und akribische Ermittlungsarbeit seien schnell die Hausdurchsuchungen in selber Nacht erfolgt, sagte der Minister.

Wie Nehammer am Mittwoch bekanntgegeben hatte, sind die Festgenommenen von 18 bis 28 Jahre alt. Alle haben alle Migrationshintergrund.

Unter den im Zuge der Hausdurchsuchungen Festgenommenen dürften sich mehrere Personen befinden, gegen die wegen Verdachts auf Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung ermittelt wird bzw. wurde. Im Fall eines 18-Jährigen aus Bangladesch wurde bereits Ende September Anklage eingebracht, der Mann soll noch als Jugendlicher IS-verherrlichendes Material verbreitet haben. Prozesstermin gibt es noch keinen. Der 18-Jährige soll aus dem Umfeld des von der Polizei getöteten Attentäters stammen.

Dem jungen Mann wird Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und Beteiligung an einer kriminellen Organisation vorgeworfen. In sozialen Netzwerken und Chats soll er Beiträge des Islamischen Staats geteilt haben - als er noch ein Jugendlicher und nicht volljährig war, sagte Nina Bussek, Sprecherin der Wiener Staatsanwaltschaft, der APA.

apa