Montag, 02. November 2020

3 Passanten bei Terroranschlag in Wien erschossen

Der blutige Terroranschlag in der Wiener Innenstadt Montagabend hat mindestens 3 Todesopfer und zahlreiche Schwerverletzte gefordert. Eine Frau ist in der Nacht im Krankenhaus ihren Verletzungen erlegen. 2 Männer waren bereits am Abend gestorben, nachdem mehrere Männer mit Langwaffen und Pistolen wahllos auf Passanten und Lokalbesucher in einem Ausgehviertel geschossen hatten. Ein Täter wurde von den Sicherheitskräften erschossen. Mindestens ein Täter ist noch flüchtig.

Der Terrorismus hat Wien erreicht. - Foto: © GEORG HOCHMUTH
Die Anschlagsserie forderte auch zahlreiche Schwerverletzte. Die Behörden gehen nach wie vor davon aus, dass mehrere Attentäter an dem Angriff beteiligt waren und hielten ihre Warnungen, zuhause zu bleiben und insbesondere die Innenstadt zu meiden, aufrecht.

Der getötete Angreifer trug dem Innenminister zufolge eine Attrappe eines Sprengstoffgürtels, er ist namentlich identifiziert. Der Generaldirektor für die Öffentliche Sicherheit, Franz Ruf, berichtete, dass noch in der Nacht seine Wohnung mit Sprengstoff geöffnet und eine Hausdurchsuchung durchgeführt wurde.

7 Polizisten machten demnach am Montagabend im Zuge der Terrorattacke von ihren Dienstwaffen Gebrauch. Laut dem Wiener Landespolizeipräsident Gerhard Pürstl wurde der Angreifer um 20.09 Uhr von Beamten der Wiener Einsatzgruppe Alarmabteilung (WEGA) „neutralisiert“.

Aufruf: Häuser nicht verlassen

Die Polizei rief die Bevölkerung dringend dazu auf, in den Häusern zu bleiben und nicht auf die Straßen zu gehen. Die Schulpflicht in der Bundeshauptstadt wurde für Dienstag ausgesetzt. Wenn Eltern die Kinder nicht betreuen können, können sie sie in die Bildungseinrichtung bringen.

Die Wiener Innenstadt - seit dem Terroranschlag Montagabend „rote Zone“ - ist weiterhin nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Die U-Bahnlinien U1, U2, U3 und U4 halten nicht an den innerstädtischen Stationen. Mehrere Straßenbahn-und Buslinien - 1, 2, 31, D, 71 - werden umgeleitet oder kurzgeführt, teilten die Wiener Linie zum Betriebsstart 6 Uhr mit.

15 Verletzte bis zum späteren Abend


Der Angriff hatte gegen 20 Uhr in der Seitenstettengasse im belebten Ausgehviertel Bermuda-Dreieck begonnen, in dem kurz vor Beginn neuer Corona-Ausgangssperren und bei lauem Wetter viele Menschen unterwegs waren. Nach dem ersten Notruf bei der Polizei und dem Eintreffen der Einsatzkräfte kam es in weiterer Folge zu Schießereien zwischen der Polizei und den Tätern. Ein Polizist wurde dabei angeschossen und schwer verletzt.

Bis zum späteren Abend wurden 15 Verletzte in verschiedene Wiener Spitäler eingeliefert, die bei dem Anschlag verletzt worden waren, sagte Christop Mierau, Sprecher des Wiener Gesundheitsverbunds. Mehr als zehn Menschen wurden zum Teil schwer verletzt.

Der Großeinsatz der Exekutive lief in der Nacht weiter. So waren 150 Cobra- sowie 100 Wega-Beamte im Einsatz, dazu kamen mehrere 100 Streifenpolizisten sowie Kräfte in zivil. Auch das Bundesheer wurde aktiviert. Soldaten übernahmen den gesamten Objektschutz in der Bundeshauptstadt, um die Polizei zu entlasten und Teile des Jagdkommandos wurden zur Unterstützung der Terrorismusbekämpfung bereitgestellt.



apa/stol

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