Sowohl die rechtspopulistische Oppositionspartei Lega Nord, als auch die Protestbewegung „Fünf-Sterne“ um den Starkomiker Beppe Grillo rüsten sich für ein Anti-Euro-Referendum.„Wir wollen, dass die Italiener ihre Meinung über wesentliche Themen wie die Zukunft des Euro frei ausdrücken können, ohne alle Beschlüsse einer Gruppe von Bankern und Politikern zu überlassen. Wir sind für die direkte Demokratie und für Referenden ohne Quorum“, betonte Grillo.Grillos Fünf-Sterne-Bewegung: Die Piraten ItaliensDie erst vor drei Jahren gegründete Protestbewegung bedient sich ähnlich der deutschen Piratenpartei des Internets, arbeitet mit Blogs und setzt auf soziale Netzwerke wie Twitter und Facebook.Trotz ihrer Jugend ist sie mittlerweile die zweitpopulärste politische Kraft, holte bei den Teilkommunalwahlen im Mai 18 Prozent und gilt Umfragen zufolge jedem zweiten Italiener als wählbar.Der Aufstieg der Fünf-Sterne-Bewegung, die sich nach dem Willen Grillos nicht Partei nennen soll, liegt im europäischen Trend und ist mit den Wahlerfolgen etwa der Piratenpartei in Deutschland zu vergleichen.Grillo und Lega Nord streben Anti-Euro-Pakt anGrillo fordert den Austritt aus der Euro-Zone, die Abwertung der Lira und will ausländische Banken zwingen, Schuldenzahlungen in der wieder eingeführten Landeswährung mit Verlusten zu akzeptieren.Rückendeckung erhält der 64-jährige Genueser von der Lega Nord, die sich ebenfalls um ein Anti-Euro-Referendum bemüht.Die föderalistische Partei, die einzige, die im römischen Parlament Opposition gegen die Regierung Monti führt, hat vergangene Woche beim Kassationsgericht in Rom einen Referendumsantrag eingereicht, mit dem die Italiener über die Umwandlung der EU von einer Staatengemeinschaft in eine Union der Völker und der Regionen abstimmen sollen.Aus dem Euro-Raum sollen jene Regionen ausgeschlossen werden, die keine ausgeglichene Bilanz vorlegen, so das Vorhaben der Lega Nord. Dies würde automatisch zur Ausgrenzung der süditalienischen Regionen aus dem Euro-Raum führen.Das Kassationsgericht in Rom muss nun die Rechtskonformität des Antrags überprüfen. Sollte das Referendum zugelassen werden, könnte die Volksbefragung mit den Parlamentswahlen im kommenden Frühjahr zusammenfallen.Lega Nord: „EU muss in ein Europa der Regionen umgewandelt werden“„Die EU muss in ein Europa der Regionen und der Völker umgewandelt werden. Dies bedeutet, dass es keine Staaten mehr geben wird. Die Lega ist nicht gegen Europa. Wir sind euroskeptisch und eurokritisch, weil die Euro-Zone in der heutigen Version nicht mehr funktioniert. Europa hat bewiesen, die Krise nicht meistern zu können. Die EU ist lediglich von Technokraten dominiert“, kommentierte der Vorsitzende der Lega Nord, Roberto Maroni.Monti plant Gipfel gegen anti-europäische StrömungenKein Wunder, dass sich Premier Monti jetzt für einen EU-Gipfel zur Bekämpfung der anti-europäischen Strömungen einsetzen will.Das Treffen, an dem Monti mit EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy teilnehmen will, soll in Rom stattfinden, wo 1957 die Römischen Verträge unterschrieben wurden.Ein Referendum zum Thema Euro schloss Monti entschieden aus.apa