Samstag, 07. November 2020

Joe Biden gewinnt Präsidentenwahl in den USA

Nach einem beispiellosen Wahlkrimi hat der Demokrat Joe Biden die Präsidentschaftswahl in den USA gegen Amtsinhaber Donald Trump gewonnen. Vier Tage nach dem Wahltag riefen die US-Sender am Samstag den früheren Vizepräsidenten schließlich zum Sieger aus.

Joe Biden ist laut CNN der neue Präsident der USA. - Foto: © ANSA / TWITTER DAVIDE FARAONE
Damit endet nach vier von Affären und Skandalen geprägten Jahren die Amtszeit von Donald Trump im Weißen Haus. Dieser erkannte den Wahlsieg Bidens aber nicht an und will mit allen juristischen Mitteln dagegen vorgehen.

Die Sender CNN, NBC, CBS und ABC und danach auch der Trump-treue Sender Fox News meldeten am Samstagmittag (Ortszeit) den Sieg Bidens zuletzt auch im Schlüsselstaat Pennsylvania mit seinen 20 Wahlleuten - und damit auch den Wahlsieg insgesamt. Der 77-Jährige wird damit der 46. US-Präsident.

Kamala Harris Vizepräsidentin


Für den Ex-Senator bedeutet der Wahlsieg die Krönung einer mehr als vier Jahrzehnte umfassenden Karriere. Von 2008 bis 2016 war er Obamas Vize. Mit dann 78 Jahren wäre er der älteste Präsident, der in der Geschichte der Vereinigten Staaten das Amt übernimmt. Als seine Vizepräsidentin wäre die Senatorin Kamala Harris (56) die erste Frau und die erste Schwarze in diesem Amt. Auf den Straßen New Yorks und anderer Großstädte löste die Nachricht großen Jubel aus.

Biden erklärte in einer ersten Twitter-Botschaft nach Bekanntgabe seines Sieges, er wolle „Präsident für alle Amerikaner“ sein. Er sei „geehrt“, ausgewählt worden zu sein, „unser großartiges Land anzuführen“, schrieb Biden im Kurzbotschaftendienst. „Die vor uns liegende Arbeit wird hart sein, aber ich verspreche euch dies: Ich werde ein Präsident für alle Amerikaner sein - ob ihr für mich gestimmt habt oder nicht.“

Trump will Wahlsieger nicht anerkennen


Am Abend wollte sich Biden um 20.00 Uhr Ortszeit von seiner Heimatstadt Wilmington aus an seine Landsleute wenden. Bidens künftige Vize-Präsidentin, Kamala Harris, schrieb im Online-Dienst Twitter, dass viel Arbeit vor ihnen liege. „Lasst uns anfangen“, fügte sie hinzu..

In seiner ersten Reaktion erkannte Trump den Wahlsieg seines Kontrahenten nicht an. „Fakt ist: Die Wahl ist noch lange nicht vorbei“, erklärte Trump. Biden stelle sich „fälschlicherweise“ als Sieger dar und werde dabei von seinen „Medien-Verbündeten“ unterstützt.

Trump hatte in den vergangenen Tagen mehrfach angekündigt, das Wahlergebnis mit allen juristischen Mitteln anfechten und dabei bis vor den Obersten Gerichtshof ziehen zu wollen. Der Präsident spricht ohne jeden Beleg von massivem Wahlbetrug, mit dem die Demokraten ihm die Wahl „stehlen“ wollten.

Amtsübernahme am 20. Januar

Die Erfolgsaussichten von Klagen des Trump-Teams gelten aber als gering. Auch in den eigenen Reihen ist Kritik an den Äußerungen des Präsidenten laut geworden, weil er mit dem Wahlsystem einen der zentralen Pfeiler der US-Demokratie angreift.

Trumps Amtszeit läuft noch bis zum 20. Jänner. Dann soll Biden als neuer Präsident vereidigt werden. Trump ist der erste Präsident seit 1992, der nicht wiedergewählt wurde und bereits nach einer Amtszeit das Weiße Haus wieder verlassen muss.

apa/dpa

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