Donnerstag, 05. November 2020

Arno Kompatscher: „Zahlen erfordern die getroffenen Maßnahmen“

Mit neuestem Ministerialdekret wurde Südtirol, was das Covid-19-Risiko betrifft, als „gelbe Zone“ eingestuft. Für Landeshauptmann Arno Kompatscher ist diese Entscheidung nicht nachvollziehbar und könne nur auf der Berücksichtigung längst überholter Daten beruhen. Man brauche sich nur die hohen Infektionszahlen der vergangenen Tage und vor allem auch von heute mit erwiesenen 762 Neuinfektionen anzuschauen, um zu verstehen, dass es in Südtirol dringender Maßnahmen bedurfte und bedarf, um die Infektionsketten zu durchbrechen.

Für Landeshauptmann Arno Kompatscher ist die Entscheidung Roms, Südtirol nur als gelbe Zone einzustufen, nicht nachvollziehbar und könne nur auf der Berücksichtigung längst überholter Daten beruhen.
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Für Landeshauptmann Arno Kompatscher ist die Entscheidung Roms, Südtirol nur als gelbe Zone einzustufen, nicht nachvollziehbar und könne nur auf der Berücksichtigung längst überholter Daten beruhen. - Foto: © lpa
„Unsere Infektionsdaten sind seit 25. Oktober stark angestiegen. Laut Rom gehören wir wie das Trentino zur gelben Zone, obwohl wir mit weniger Einwohnern aktuell die dreifache Anzahl von Intensivpatienten und doppelt so viele Krankenhauseinweisungen aufweisen.“ Zudem zähle Südtirol durchschnittlich die doppelte Anzahl von Neuinfektionen, erklärt Kompatscher.

In letzten Tagen hohe Coronavirus-Infektionszahlen

Man brauche sich nur die hohen Infektionszahlen der vergangenen Tage und vor allem auch von heute mit erwiesenen 762 Neuinfektionen anzuschauen, um zu verstehen, dass es in Südtirol dringender Maßnahmen bedurfte und bedarf, um die Infektionsketten zu durchbrechen.
„Wir haben längst reagiert und mussten leider auch zahlreiche Gemeinden, selbst die Landeshauptstadt, zu sogenannten roten Zonen erklären, um die Gesundheit der Menschen zu schützen“, fügt Kompatscher hinzu.

„Die Infektionsherde vermehren sich leider zunehmend. Die epidemiologische Entwicklung in Südtirol erfordert leider drastische und wenig beliebte Maßnahmen. Deshalb gehen wir einen Schritt weiter als vom Staat verordnet und haben auch Maßnahmen ergriffen, die für die nächste Risikostufe vorgesehen sind.“





Heute Sondersitzung


Was Schule, Kindergarten und Kinderbetreuungsdienste betrifft, will die Landesregierung, wie bereits angekündigt, die diese Woche noch laufenden Herbstferien nutzen, um die Situation jeder einzelnen Gemeinde zu bewerten und gegebenenfalls anhand der vorliegenden Daten in Problemgemeinden nachzubessern. Dazu sollen heute in einer außerordentlichen Sitzung der Landesregierung die entsprechenden Beschlüsse gefasst werden.

Am Nachmittag wird Landeshauptmann Kompatscher heute auch den Südtiroler Landtag über die aktuelle Situation und die Beweggründe für die getroffenen Entscheidungen informieren.

lpa