Mittwoch, 10. März 2021

ASGB: „Entweder Nasenbohrer-Test – oder Fernunterricht“

Dem Vorsitzenden des Autonomen Südtiroler Gewerkschaftsbundes (ASGB), Tony Tschenett, ist die Ablehnung vieler Eltern, vor allem in den italienischen Schulen, gegenüber den sogenannten Nasenbohrer-Tests in den Schulen unverständlich. „Die Eltern sollten sich entscheiden: Entweder Präsenzunterricht und Nasenbohrer-Test, oder Fernunterricht.“

Tony Tschenett sagt: „Die Eltern müssen sich entscheiden: Nasenbohrer-Test oder Fernunterricht.“
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Tony Tschenett sagt: „Die Eltern müssen sich entscheiden: Nasenbohrer-Test oder Fernunterricht.“ - Foto: © WK
„Ich kann gewisse Gedankengänge nicht mehr nachvollziehen. Einerseits wird lautstark nach Präsenzunterricht geschrien, andererseits weigern sich viele Eltern, wie berichtet wird, vor allem in den italienischen Schulen, die Zustimmung zu geben, dass sich ihre Kinder den Nasenbohrer-Tests unterziehen dürfen. Wenn die Tests die Conditio sine qua non für einen kontinuierlichen Schulunterricht im Klassenzimmer sind, dann sollte die Antwort doch eigentlich ganz klar sein. Vor allem angesichts der Tatsache, dass der Test nicht schmerzhaft ist, weil der Tupfer nur im vorderen Nasenbereich eingeführt werden muss und bei den Kindern selbst eine hohe Akzeptanz aufweist“, so Tschenett.



Der ASGB-Chef fordert in einer Aussendung am Mittwoch von der Landesregierung die Ausweitung der Tests: „Ich würde den Nasenbohrer-Test auch in den Mittel- und Oberschulen sowie im Sport einführen. Dann könnten sukzessive alle Schulen wieder öffnen, und auch der Tätigkeit in den Sportvereinen wieder nachgegangen werden. Die Kinder und Jugendlichen haben das Recht auf eine langfristige soziale Perspektive, auf den Präsenzunterricht und auf sportliche Betätigung. Den Stellenwert für die Psyche, den der Sport und die soziale Komponente vor allem für junge Menschen einnimmt, bestätigen unzählige Gutachten von Psychologen, die massiv vor den Auswirkungen der Isolation auf die Gesellschaft warnen. Wir müssen jeden Strohhalm umklammern, der eine Rückkehr ins normale Leben ermöglicht.“

Tschenett weist darauf hin, dass die im Vergleich zu Italien oder den Nachbarstaaten doch verstärkte Öffnung der Kitas, Kindergärten und Volksschulen dem Südtiroler Weg zu verdanken seien. Doch auch dieser stoße an seine Grenzen, wenn die Bedingungen von den Betroffenen nicht angenommen würden.

Außerdem würde jeder positive Test die Infektionskette des Virus unterbrechen und damit langfristig die Ansteckungsquote mit Covid-19 verringern. Und dies sei schließlich Voraussetzung, damit viele Tätigkeiten wiederaufgenommen werden können und langsam wieder Normalität einkehrt.

stol