Dienstag, 29. September 2015

Asyl in Südtirol: Erst 20 Monate warten und was passiert dann?

Derzeit sind in Südtirols Aufnahmeeinrichtungen ungefähr 800 Asylantragsteller untergebracht. Sie warten im Schnitt zwischen 15 und 20 Monate auf eine Entscheidung zu ihrem Asylantrag. Doch was passiert danach? Wie kann eine Integration erfolgen? Fragen, auf die man händeringend schon heute ein Antwort sucht.

Die Betreuung und Integration der Flüchtlinge nach der Zeit in den Aufnahmeeinrichtungen war Thema eines Treffens am Dienstag.
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Die Betreuung und Integration der Flüchtlinge nach der Zeit in den Aufnahmeeinrichtungen war Thema eines Treffens am Dienstag. - Foto: © LPA

Es sind jene Menschen, die dem Land Rahmen der staatlichen Verteilung zugewiesen wurden. 800 Asylantragsteller warten derzeit auf eine Entscheidung zu ihrem Asylantrag.

Was kommt danach? Wer ist zuständig?

"Wir wollen uns früh genug damit auseinandersetzen, um Lösungsansätze und klare Zuständigkeiten bereit zu haben, wenn es soweit ist", sagt Soziallandesrätin Martha Stocker. Die Integration der Flüchtlinge nach der Zeit in den Aufnahmeeinrichtungen war Thema einer Aussprache mit den Organisationen der Flüchtlingsbetreuung, den Bezirksgemeinschaften, Gemeinden, Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden am Dienstag.

Die Frage stelle sich zwar noch nicht unmittelbar, da uns die meisten Flüchtlinge erst in den vergangenen Monaten zugewiesen wurden und sie daher noch einige Zeit in den Einrichtungen verbringen werden, "aber dennoch wollen wir uns frühzeitig mit dem ‚Danach’ auseinandersetzen. Dies wird eine entscheidende Phase im Integrationsprozess der Asylantragsteller sein", warf Stocker die Frage nach der Integration und Begleitung der Flüchtlinge nach ihrer Zeit in den Aufnahmeeinrichtungen auf.

Denn derzeit werden die betroffenen Flüchtlinge intensiv betreut und begleitet, besuchen Sprachkurse, lernen die Gepflogenheiten des Landes kennen und verrichten kleine Arbeitseinsätze. Dabei gelte es – so der Appell von Soziallandesrätin Stocker zu Beginn des Treffens – die Zeiten der Behandlung der Asylanträge zu verkürzen.

Nicht alle 800 werden bleiben

"Aufgrund der bisherigen Erfahrungen können wir mit Sicherheit sagen, dass einige der derzeit 800 Asylantragsteller in Südtirol unser Land verlassen und sich im Ausland oder im restlichen Italien ein neues Leben aufbauen werden, einige werden jedoch längerfristig hier bleiben", so Stocker (STOL hat berichtet).

Es müsse dabei das Ziel sein, diesen Menschen die Instrumente für ein selbständiges Leben in die Hand zu geben, eröffnete Landesrätin Stocker.

"In den nächsten Wochen werden wir uns gemeinsam intensiv darüber Gedanken machen und entsprechende Strategien und Maßnahmen festlegen. Dabei wird ein besonderes Augenmerk mit Sicherheit der Arbeitsfindung, den Wohnmöglichkeiten und der gesellschaftlichen Integration gelten".

Auch Asylbewerber müssen mitmachen

Ziel sei es, die Rahmenbedingungen zu schaffen, damit die Menschen möglichst bald ein selbstständiges Leben führen könnten, ohne von der öffentlichen Hand abhängig zu sein. "Natürlich sind Bereitschaft und Einsatz der Asylantragsteller ebenfalls gefragt und gefordert", betonte die Landesrätin.

stol/lpa/ker

stol