„Die Volksabstimmung wird ein klares Mandat erteilen und eine klare Botschaft zugunsten unseres europäischen und Pro-Euro-Kurses senden“, sagte Papandreou am Dienstagabend.Referendum könnte noch im Dezember stattfindenIn der Nacht stellte sich auch sein Kabinett hinter den umstrittenen Referendumsplan. Laut Regierungssprecher Ilias Mosialos könnte das Votum noch heuer stattfinden.Opposition und EU-Politiker übten unteressen scharfe Kritik an Papandreou, der mit seiner Ankündigung die Finanzmärkte verschreckt hatte.Regierungssprecher Mosialos sagte am Mittwoch, dass sich eine Sonderkommission mit dem Datum und der genauen Frage der Volksabstimmung beschäftigen werde. Zunächst aber müsse der Text des Hilfsprogramms und der damit verbundenen Sparmaßnahmen stehen.Es sei nicht notwendig, alle Details des Hilfsabkommens zu kennen, damit das Volk sich äußern könne, sagte Mosialos am Mittwoch im griechischen Radio.„Die Prinzipien genügen.“ Auch der griechische Verteidigungsminister Panagiotis Beglitis erklärte: „Das Referendum könnte vor dem Jahresende stattfinden.“ Bisher rechnen Beobachter damit, dass die Abstimmung selbst frühestens im Jänner abgehalten werden könnte.Regierung einstimmig hinter Papandreous Die griechische Regierung hatte sich zuvor „einstimmig“ hinter Papandreous Plan gestellt. „Das Referendum wird eine klare Nachricht für den Euro sein“, sagte Papandreou.Einige Spekulanten spielen „verrückt“ weil sie Angst haben vor den Entscheidungen des Volkes, wurde Papandreou von seinem Büro zitiert.Der Regierungschef, dessen Panhellenische Sozialistische Bewegung (PASOK) im Parlament (Vouli) nur eine knappe Mehrheit von 152 der 300 Mandate hat, will sich zunächst noch einer Vertrauensabstimmung stellen. Diese wird am Freitag um Mitternacht stattfinden.Kritik von OppositionPapandreous Ankündigung hatte am Montagabend nicht nur die EU-Partner kalt erwischt, auch einige Minister bemängelten, nicht rechtzeitig über die Referendumspläne informiert gewesen zu sein.Mehrere Abgeordnete und Mitglieder der Sozialisten hatten am Dienstag die Bildung einer breiteren Koalition, einer Regierung der „Nationalen Rettung“, gefordert.Die Opposition reagierte empört auf die Ankündigung und sprach von Erpressung. „Die Regierung ist verwirrt und muss jetzt weg“, sagte Oppositionsführer Samaras.Der Chef der konservativen „Nea Dimokratia“ (ND) kritisierte, dass Papandreou mit seinen Ankündigungen eine weltweite Verunsicherung ausgelöst habe.„Was haben Sie für ein Ziel Herr Papandreou, Griechenland aufzulösen?“ fragte Samaras. Auch in der öffentlichen Meinung überwogen die kritischen Töne. „Der Herr (Papandreou) des Chaos“, lautete eine Schlagzeile der linksliberalen Athener Zeitung „Eleftherotypia“ am Mittwoch. „Griechenland ist ins Trudeln geraten“, titelte die regierungsnahe Athener Zeitung „Ta Nea“.Während Papandreou von der deutschen Kanzlerin Angela Merkel und dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy für Mittwochabend zu einem Krisentreffen am Rande des G-20-Gipfels nach Cannes berufen wurde, stellte der niederländische Finanzminister Jan Kees de Jager die Auszahlung der nächsten Tranche der Griechenland-Hilfe in Höhe von acht Milliarden Euro infrage.apa/dpa