Montag, 03. Februar 2020

Attentäter von London war offenbar verurteilter Islamist

Erneute Terrorattacke in London: Während der Beschattung durch Anti-Terror-Ermittler hat ein vor kurzem freigelassener Sträfling auf offener Straße zwei Menschen mit einer Stichwaffe verletzt.

Der Tatort wurde weiträumig abgesperrt.
Der Tatort wurde weiträumig abgesperrt. - Foto: © APA (AFP) / ISABEL INFANTES

Ein drittes Opfer erlitt bei dem Vorfall am Sonntag Verletzungen durch Glassplitter, der Täter wurde nach Polizeiangaben innerhalb weniger Minuten nach Beginn der Attacke erschossen.

Er war von der Polizei im Rahmen einer „vorbeugenden Anti-Terror-Operation“ observiert worden, als er in einer belebten Einkaufsstraße im Süden Londons plötzlich Passanten angriff. Der 20-Jährige war 2018 zu 3 Jahren Haft verurteilt worden, weil er Material für einen islamistisch motivierten Terroranschlag gesammelt und Propaganda verbreitet hatte. Ende Jänner kam er vorzeitig auf freien Fuß.

Eines der angegriffenen Opfer schwebte zunächst in Lebensgefahr, später stabilisierte sich der Zustand des Mannes. Auch eine Frau wurde mit Stichverletzungen ins Krankenhaus gebracht, sie sollen aber nicht lebensbedrohlich sein. Eine weitere Frau erlitt leichte Verletzungen durch Glas, das durch die Schüsse der Polizei zu Bruch gegangen war.

Die Polizei bestätigte Augenzeugenberichte, wonach der Täter einen Sprengstoffgürtel trug. Es habe sich dabei aber um eine Attrappe gehandelt.

„Ich habe gerade die Straße überquert, als ich einen Mann mit einer Machete und silbernen Behältern an der Brust gesehen habe“, schilderte ein Jugendlicher. Der Mann sei von einer Person in ziviler Kleidung verfolgt und mit mehreren Schüssen getötet worden, sagte der Jugendliche. Er selbst habe sich in eine Bücherei geflüchtet.

Premierminister Boris Johnson kündigte an, bereits am Montag Pläne für „fundamentale Änderungen“ beim Umgang mit verurteilten Terroristen vorzustellen.

apa