Mittwoch, 28. April 2021

Auch in Wien endet der harte Lockdown am 3. Mai

Wien beendet den harten Lockdown anders als erwartet schon am 3. Mai. Damit dürfen ab dem kommenden Montag der Handel und die körpernahen Dienstleister wieder öffnen.

Auch in Wien soll der harte Lockdown am 3. Mai enden.
Auch in Wien soll der harte Lockdown am 3. Mai enden. - Foto: © shutterstock
Auch Museen und Freizeitbetriebe wie Zoos dürfen aufsperren, die Gastronomie bleibt geschlossen. Begleitet werden die Öffnungsschritte mit Tests. Das sagte Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) nach Beratungen mit Fachleuten am Dienstag.

Er schloss gleichzeitig eine Rücknahme der Öffnungen im Falle steigender Infektionszahlen nicht aus.

Mit dem Lockdownende schon ab 3. Mai geht Wien den gleich Weg wie Niederösterreich, das Burgenland hat schon vor einer Woche geöffnet. Die 3 Bundesländer hatten als Ostregion gemeinsam am 1. April einen „Oster-Lockdown“ verhängt und ihn später bis 18. April verlängert.

Wien und Niederösterreich verlängerten noch einmal bis 2. Mai - wobei die Schulen schon am 26. April öffneten -, während das Burgenland mit 19. April wieder zu den weniger restriktiven Regeln zurückkehrte.

In Wien wird dies nun ebenfalls geschehen. Auf APA-Anfrage wurde bekräftigt, dass die Aufsperr-Erlaubnis auch für die zunächst nicht genannten Bereiche wie Museen, Ausstellungshäuser und Zoos gilt.

Keine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen mehr

Auch ein weiteres Wiener Lockdown-Spezifikum fällt: Die FFP2-Maskenpflicht, die an einigen öffentlichen Plätzen verhängt worden war. Sie wird ebenfalls aufgehoben.

Ludwig berichtete von seiner heutigen Beratungsrunde, an der unter anderem Spitalsärzte und Fachleute aus dem Bereich der Pflege teilgenommen haben.

Diese hätten ihn darüber unterrichtet, dass die Schutzmaßnahmen offenbar wirken und die Situation in den Spitälern nicht mehr so angespannt sei wie vor 3 Wochen: „Resümierend kann man sagen, es ist besser geworden.“ Aber, so fügte er warnend hinzu, noch liege man über der kritischen Marke von 33 Prozent Coronapatienten auf den Intensivstationen. „Wir sind noch lange nicht dort, wo wir sein sollten.“

Trotzdem seien „umsichtige, intelligente und nachhaltige“ Öffnungsschritte möglich. Bei den persönlichen Dienstleistern bedeutet dies Testpflicht, wie sie bereits vor dem Ost-Lockdown gegolten hat. In diesem Bereich sei eine derartige Verpflichtung möglich, da man sich dort meist Termine ausmache, gab der Stadtchef zu bedenken. Eintrittstests im Handel, wie sie in der Ostregion zuletzt im Raum standen, waren heute kein Thema mehr. Ludwig appellierte jedoch auch an die „Eigenverantwortung“ der Wienerinnen und Wiener und ersuchte weiter um Vorsicht. Es bestehe die Gefahr, dass Menschen aus Freude über die Lockerungen unvorsichtig würden.

Rücknahme der Öffnungen ist denkbar

Sollte sich die Situation bei den Infektionszahlen und in den Krankenhäusern wieder verschlechtern, dann sei eine Rücknahme der Schritte denkbar, bekräftigte er. Begleitend zur Öffnung wird Wien wissenschaftlich erheben, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, sich an bestimmten Orten anzustecken.

Es sei zwar bekannt, dass dies oft in den Familien oder im privaten Umfeld geschehe, aber das Virus müsse dort ja hineingetragen werden, gab Ludwig zu bedenken. „Das wird dort nicht wie Schwammerl aus dem Boden wachsen.“

Solange nicht ein größerer Teil der Bevölkerung durchgeimpft ist, werde man sich noch mit Masken, Testungen oder Contact Tracing behelfen müssen. Ludwig verwies auch auf den Umstand, dass nun oft Jüngere betroffen seien. Es sei verständlich, dass diese - gerade bei schönem Wetter - die Kommunikation mit anderen suchen würden. Problematisch sei aber, dass auch in dieser Gruppe milde Verläufe mit gravierenden Langzeitfolgen einhergehen könnten.

Die Coronazahlen schienen sich zuletzt in Wien zu stabilisieren, wenn auch auf noch hohem Niveau. Für Montag wurden etwa 354 positive Test-Befunde eingemeldet. Inklusive Nachmeldungen und abzüglich von Datenbereinigungen aus den vergangenen Tagen waren es gar nur 176 neue Fälle.

Insgesamt sind seit Beginn der Pandemie in der österreichischen Bundeshauptstadt 132.296 positive bestätigte Testungen und 2163 Todesfälle aufgrund von bzw. an den Folgen von Covid-19 dokumentiert. Aktiv an der Erkrankung laborieren 4639 Personen, wieder gesund sind 125.494.

apa