Samstag, 17. August 2019

„Auch wir Deutschen haben zu lange weggeschaut“

Er ist Vizepräsident des Europäischen Parlaments und als solcher ein überzeugter und leidenschaftlicher Europäer: Rainer Wieland. Der 62-jährige Stuttgarter weiß um die aktuellen Probleme der Europäischen Union, zeigt sich im „Dolomiten“-Interview aber optimistisch, dass die EU in 10 Jahren eher mehr Mitgliedsstaaten haben werde als weniger.

Der Vizepräsident des EU-Parlaments Rainer Wieland im Gespräch. - Foto: DLife
Der Vizepräsident des EU-Parlaments Rainer Wieland im Gespräch. - Foto: DLife

Die Situation der Europäischen Union sei nicht so, wie man sie vor der EU-Wahl befürchten musste, sagt Wieland, der sich am Rande seines Urlaubs in Kaltern Zeit für ein Interview mit dem Tagblatt „Dolomiten“ genommen hat. „Die Bäume der Populisten sind nicht in den Himmel gewachsen, aber man merkt schon, dass es schwieriger geworden ist im EU-Parlament.“

Dass sich bei der Wahl der EU-Kommissionspräsidentin nicht das EU-Parlament, sondern der EU-Rat durchgesetzt hat, kommentiert Wieland so: „Das ist wie im Fußball: Wenn man über 90 Minuten nicht imstande ist ein Tor zu schießen, darf man die Schuld nicht in erster Linie bei Gegner suchen.“

Wieland rät der EU dringend zu mehr Empathie: „Wir müssen lernen, dass andere Staaten auch Interessen haben und der Blickwinkel anderer Länder möglicherweise ein anderer ist, deshalb aber nicht gleich zu verteufeln ist.“ Was die Flüchtlingsfrage anbelangt, so hätten auch die Deutschen zu lange weggeschaut.

D/sor

Lesen Sie das gesamte Interview mit dem Vizepräsidenten des EU-Parlaments, Rainer Wieland, in der Samstag-Ausgabe des Tagblatts "Dolomiten".

stol