Mittwoch, 04. November 2020

Auf diese Staaten kommt es in den USA jetzt an

Nach dem Wahlkrimi aus der Nacht hängt die Entscheidung über den nächsten US-Präsidenten an wenigen umkämpften Bundesstaaten. In vielen der 50 Staaten gewinnt alle 4 Jahre dieselbe Partei. Aber manche sind hart umkämpft: Ein Sieg von Amtsinhaber Donald Trump oder Herausforderer Joe Biden scheint nun vor allem an 6 größeren Bundesstaaten zu hängen.

Einige US-Bundesstaaten  zählen weiterhin Stimmen aus.
Einige US-Bundesstaaten zählen weiterhin Stimmen aus. - Foto: © APA/afp / JEFF KOWALSKY
Falls die Ergebnisse in einem davon extrem knapp ausfallen, könnte sich die Bekanntgabe des Resultats noch weiter verzögern. Staaten wie Pennsylvania oder North Carolina nehmen Briefwahlunterlagen noch mehrere Tage lang an – wenn sie rechtzeitig abgeschickt wurden.

Hintergrund: Der US-Präsident wird nicht direkt gewählt. Die Stimmen der Wähler entscheiden über die Zusammensetzung eines Wahlkollegiums, das ihn letztlich kürt. Zum Sieg braucht ein Kandidat mindestens 270 der 538 Wahlleute. Wegen des Mehrheitswahlrechts kann ein Kandidat einen Bundesstaat und die dazugehörigen Wahlleute auch mit hauchdünner Mehrheit gewinnen – etwa mit wenigen 100 Stimmen.


Trotz des noch offenen Ausgangs in vielen US-Bundesstaaten hat sich Präsident Donald Trump frühzeitig zum Sieger der Wahl erklärt. Er sprach zugleich von Betrug an den Wählern und kündigte an, vor den Obersten Gerichtshof zu ziehen.

Einen Moment Bitte - das Video wird geladen



Die Demokraten des Herausforderers Joe Biden sehen Befürchtungen bestätigt, dass Trump das Weiße Haus nicht kampflos aufgeben wird – unabhängig vom Ausgang der Wahl ( STOL hat berichtet).

Pennsylvania

In dem Bundesstaat im Nordosten – einem der Gründerstaaten der USA – konnte sich Trump 2016 sehr knapp durchsetzen. Die 20 Wahlleute gingen also auf ihn. In Pennsylvania dürfen Briefwahlunterlagen erst am Wahltag erfasst und ausgezählt werden, weshalb das Ergebnis auf sich warten ließ.

Gouverneur Tom Wolf erklärte am Mittwoch, es müssten noch rund eine Million Stimmen ausgezählt werden – vor allem Briefwahlstimmen, die Umfragen zufolge eher für Biden ausfallen sollten.

Michigan

Die 16 Wahlleute des Bundesstaats im Mittleren Westen gingen 2016 mit hauchdünner Mehrheit an Trump. Umfragen sahen in diesem Jahr Biden klar in Führung. Die Bearbeitung der Briefwahlunterlagen begann in Michigan erst kurz vor der Wahl.

Die für die Wahl verantwortliche Politikerin Jocelyn Benson sagte im Gespräch mit dem Sender CNN, es werde im Laufe des Mittwochs mehr Klarheit geben. Es stünden noch viele Stimmen aus größeren Städten wie Detroit aus. Experten werteten das als gutes Zeichen für Biden.

Wisconsin

Der nordöstliche Bundesstaat hat 10 Wahlleute zu vergeben. Auch in Wisconsin konnte sich Trump 2016 Trump sehr knapp durchsetzen. In diesem Jahr galt Biden als Favorit. Vieles deutet aber wieder auf ein extrem knappes Rennen hin. Briefwahlunterlagen durften auch dort erst am Wahltag erfasst und ausgezählt werden. Der Auszählungsstand ließ eine Bekanntgabe des Ergebnisses am Mittwoch wahrscheinlich erscheinen.

North Carolina

Der Bundesstaat an der Ostküste hat 15 Wahlleute zu vergeben. 2016 konnte sich Trump dort mit gut 3 Prozentpunkten Vorsprung durchsetzen. Der bisherige Auszählungsstand deutete auf ein sehr knappes Ergebnis hin. Resultate wurden am Mittwoch erwartet.

Georgia

Trump konnte sich in dem südöstlichen Bundesstaat 2016 mit gutem Vorsprung die Stimmen der 16 Wahlleute sichern. Nun hatten Umfragen ein Kopf-an-Kopf-Rennen prognostiziert. Die Auszählung musste in einem wichtigen Bezirk wegen eines Wasserrohrbruchs in einem großen Wahllokal unterbrochen werden. Die Ergebnisse wurden trotzdem noch am Mittwoch erwartet.

Nevada

Die Stimmen der 6 Wahlleute des Bundesstaats im Westen gingen 2016 mit gut 2 Prozentpunkten Vorsprung an Trumps damalige demokratische Rivalin Hillary Clinton. Umfragen hatten nun einen knappen Sieg Bidens prognostiziert. Die Wahlbehörde erklärte in den sozialen Medien, dass es erst am Donnerstag wieder ein ausführliches Update zum Stand der Auszählung werde.

Einen Moment Bitte - das Video wird geladen

dpa