Freitag, 04. Mai 2018

Aufenthaltsgenehmigungen: Familie immer wichtiger

Die Zahl der Aufenthaltsgenehmigungen ist bis Ende 2016 um 4,9 Prozent gegenüber 2015 angewachsen. Das geht aus der jüngsten ASTAT-Aussendung hervor.

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Foto: © STOL

Eine Aufenthaltsgenehmigung muss von all jenen Nicht-EU-Bürgern beantragt werden, die sich länger als drei Monate in Italien aufhalten wollen. Im Jahr 2016 wurden 29.133 Aufenthaltsgenehmigungen in Südtirol gezählt, 4,9 Prozent mehr als noch im Vorjahr.

Albanien liegt mit 4700 Bürgern an der Spitze der Rangordnung der Herkunftsstaaten. Es folgen Marokko (2963), Pakistan (2869), Kosovo (2082), Mazedonien (1976) und die Ukraine (1630). Mit einigem Abstand folgen Indien (1210) sowie China (1063). Alle anderen Herkunftsländer sind mit weniger als 1000 Personen vertreten.

Jede 3. Aufenthaltsgenehmigung ist eine sogenannten EG-Daueraufenthaltserlaubnis. Sie ist zeitlich unbeschränkt und kann nur von jenen beantragt werden, die bereits seit mindestens 5 Jahren im Besitz einer Aufenthaltsgenehmigung sind und einen Test zur Kenntnis der italienischen Sprache bestanden haben.

„Der hohe Prozentsatz von Inhabern der EG-Daueraufenthaltserlaubnis ist nicht nur ein Indikator für die Stabilität des Phänomens Einwanderung, sondern auch für einen gewissen Lebensstandard der Inhaber. Die gesetzliche Regelung sieht nämlich vor, dass nur jene um eine solche Aufenthaltsgenehmigung ansuchen dürfen, die über ein angemessenes Einkommen und eine angemessene Wohnung verfügen“, erklären die Experten des ASTAT.

Familie ist Hauptgrund - vor allem für Frauen

Familiäre Gründe stellen mittlerweile den Hauptgrund für die Ausstellung einer Aufenthaltsgenehmigung dar. Bis 2014 war noch die Arbeit das maßgebliche Motiv gewesen. In den vergangenen Jahren haben die Aufenthaltsgenehmigungen aus Asyl- bzw. humanitären Gründen deutlich zugenommen.

Bei den Aufenthaltsgenehmigungen aus familiären Gründen (50,9 Prozent) und aus Arbeitsgründen (40,8 Prozent) gibt es deutliche Geschlechtsunterschiede: Wesentlich mehr Männer als Frauen beantragen eine Aufenthaltsgenehmigung aus Arbeitsgründen (54,4 Prozent gegenüber 26 Prozent).

Geschlechterverhältnis ausgeglichen

52,1 Prozent der Inhaber einer Aufenthaltsgenehmigung sind Männer, 47,9 Prozent Frauen. Insgesamt gesehen ist das Geschlechterverhältnis also nahezu ausgeglichen.

Bei genauerer Betrachtung hingegen fallen deutliche Unterschiede in der Verteilung auf: Nationen mit starkem Männerüberhang sind Afghanistan, Senegal, Algerien, Nigeria, Indien und Tunesien, Nationen mit Frauenüberhang Thailand, Brasilien, Russland, die Ukraine, Moldawien und Kuba.

Nach Kontinenten betrachtet, überwiegen die Männer unter den Asiaten und Afrikanern, die Frauen hingegen unter den europäischen und amerikanischen Staatsbürgern.

stol/liz

stol