Dienstag, 17. August 2021

Aufnahme aus Afghanistan: Draghi will EU-Zusammenarbeit

Italiens Ministerpräsident Mario Draghi sieht vor allem die europäische Zusammenarbeit für die Aufnahme von Menschen aus Afghanistan gefragt.

Der italienische Ministerpräsident Mario Draghi forderte eine europäische zusammen Arbeit um möglichst viele Menschen aus Afghanistan zu evakuieren.
Der italienische Ministerpräsident Mario Draghi forderte eine europäische zusammen Arbeit um möglichst viele Menschen aus Afghanistan zu evakuieren. - Foto: © ANSA / CHIGI PALACE PRESS OFFICE
„Uns allen ist bewusst, dass die Kooperation absolut notwendig ist, um 2 Ziele zu erreichen: die Aufnahme und die Sicherheit“, sagte der 73-Jährige in einem Fernseh-Interview, das der öffentlich-rechtliche Sender Rai 1 in der Nachrichtensendung „TG1“ am Dienstagabend ausstrahlte.

Draghi verwies dabei auf ein Telefonat mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. Darin ging es ihm zufolge hauptsächlich um die Evakuierungen vom Flughafen der afghanischen Hauptstadt Kabul aus.

Es gehe um die Aufnahme all derer, die Italien in Afghanistan geholfen hätten, aber auch derjenigen, die sich in den Jahren für die Verteidigung von Freiheit, Zivilrechten und Rechten von Frauen eingesetzt hätten.

„Das ist ein komplexer Plan, der einer engen Zusammenarbeit aller Ländern, aber vor allem der europäischen bedarf“, sagte der frühere Chef der Europäischen Zentralbank. Zudem müsse das Eindringen von Terroristen verhindert werden.

Italien flog am Montag rund 70 Botschaftsangehörige und frühere Mitarbeiter aus Afghanistan aus. Als nächstes sollen auch Afghanen evakuiert werden, die früher mit dem italienischen Verteidigungs- und dem Außenministerium zusammenarbeiteten. Italiens Kabul-Botschaft sei im Außenministerium wiederaufgebaut worden und einsatzbereit, teilte das Außenministerium in Rom am Dienstag mit.

Italien war über die Dauer von 20 Jahren mit insgesamt mehr als 50.000 Männern und Frauen am Afghanistan-Einsatz beteiligt. 723 wurden verletzt, etwas mehr als 50 Italiener starben.

dpa