Mittwoch, 18. April 2018

Aufregung im Sanitätsbetrieb: „Non capisco il tedesco“

Die Landtagsabgeordnete der Süd-Tiroler Freiheit Myriam Atz Tammerle hat eine Anfrage eingereicht: Darin geht es um die Zweisprachigkeit der Angestellten im Südtiroler Sanitätsbetrieb - und warum immer noch Personen eingestellt werden, die nicht Deutsch sprechen können.

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Foto: © shutterstock

Die Anfrage basiert auf dem Fall einer Krebspatientin, die auf Nahrungsergänzungsmittel angewiesen ist und diese monatlich telefonisch beim Dienst für Diätetik und Klinische Ernährung bestellt. Nun sei es ihr, so Atz Tammerle, zum wiederholten Male passiert, dass sie zur Antwort bekam: „non capisco il tedesco.“

Die Landtagsabgeordnete der Süd-Tiroler Freiheit möchte in ihrer eine Anfrage im Südtiroler Landtag nun wissen, warum im Südtiroler Sanitätsbetrieb beziehungsweise beim Dienst für Diätetik und Klinische Ernährung Personen angestellt werden, die nicht der deutschen Sprache mächtig sind.

Zudem wolle die Landtagsabgeordnete herausfinden, was die Landesregierung unternehmen will, damit in Zukunft im Südtiroler Sanitätsbetrieb das Recht der Patienten auf Gebrauch der Muttersprache nicht mehr verletzt wird.

Die Einhaltung der Zweisprachigkeitspflicht werde immer häufiger missachtet und Besserung sei nicht in Sicht. Allem voran liege die Schuld, so Atz Tammerle, bei der Landesregierung, die zukünftig in Südtirol auch Ärzte ohne Zweisprachigkeitskenntnisse anstelle.

„Die Landesregierung leistet dadurch gezielt Sterbehilfe beim Sterben des Rechtes auf Gebrauch der deutschen Muttersprache. Es grenzt teilweise an Diskriminierung, dass man als deutschsprachiger Südtiroler immer weniger in seiner Muttersprache kommunizieren kann, sei es beim Sanitätsbetrieb oder auch bei anderen öffentlichen Ämtern. Wie lange lässt sich das die Südtiroler Bevölkerung noch gefallen?“

stol

stol