Der Grund: Damit würde das Denkmal nicht mehr in die Zuständigkeit des italienischen Denkmalamtes fallen, sondern in jenen des Verteidigungsministeriums bzw. in den Zuständigkeitsbereich des Regierungskommissariats in Bozen. Dieses verfüge über Geldmittel für Instandhaltungs- und Schutzarbeiten, begründet Biancofiore ihre Forderung. Der Vorschlag der Pdl-Abgeordneten habe „großes Befremden“ beim Südtiroler Schützenbund ausgelöst, teilt dieser in einer Presseaussendung mit. „Der italienische Staat setzt unbeirrt seinen nationalistischen Kurs fort. In Zeiten, in denen der Staat in Folge der Wirtschaftskrise angehalten ist, mit öffentlichen Geldmitteln zu sparen, findet man es anscheinend immer noch wichtig, faschistische Relikte zu bewahren und zu beschützen“. Die Forderung Biancofiores den „Kapuzinerwastl“ einem Soldatenfriedhof gleichzustellen, sei eine Beleidung der gefallenen Soldaten aller Kriege. Außerdem sei das Alpinidenkmal errichtet worden, „um die ‚glorreichen Taten‘ der Alpindivision ‚Pusteria‘ im Abessinienkrieg zu feiern. Das faschistische Italien führte gegen Abessinien einen brutalen Krieg und schreckte nicht einmal vor der Verwendung von Giftgas zurück“, schreibt der Südtiroler Schützenbund. Gleichzeitig appelliert er an alle „demokratischen und antifaschistischen Kräfte“ gegen die „erneute Aufwertung“ des Alpinidenkmals in Bruneck zu protestieren. Dieses habe – so der Südtiroler Schützenbund – im Europa des 21. Jahrhunderts jegliche Bedeutung verloren. Der "Kapuzinerwastl" war mehrfach Ziel von Anschlägen von Südtirol-Aktivisten. Seit einem dieser Anschläge ist nur noch der Kopf des steinernen Soldaten übrig.