Bei der autonomen Gewerkschaftsorganisation der örtlichen Körperschaften AGO wird man ungeduldig. Über viele offene Punkte – vom Essensgutschein bis zu Smart Working – würde man gerne mit dem Gemeindenverband verhandeln. Bereits im September hat man Oberstaller ein umfangreiches Promemoria geschickt. Darunter etwa die Einzahlung eines Teils der Verwaltungsstrafen wegen Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung in einen Rentenzusatzfonds für die Ortspolizisten – das Ganze nach staatlichem Vorbild. Aber auch über den Essensgutschein will man neu verhandeln, den Betrag erhöhen und die Anwendungsmöglichkeiten auch auf Lebensmittel ausweiten – „gleich wie bei der Landesverwaltung“, sagt Unterkircher. Ebenfalls analog zur Landesverwaltung wünscht man sich für die Mitarbeiter der Gemeinden und Bezirksgemeinschaften eine verpflichtende ärztliche Krankmeldung erst ab dem zweiten Tag und mehr Smart-Working-Möglichkeiten.<BR /><BR />„In der Landesverwaltung wird das sehr großzügig ermöglicht, von Gemeinden und Bezirksgemeinschaften fast vollständig blockiert“, klagt Unterkircher. Andere Punkte betreffen u.a. die Außendienstvergütung, die bezahlten Sonderurlaube oder auch eine Kostenbeteiligung des Arbeitgebers bei Kursen zum psychophysischen Wohlbefinden. <BR /><BR />Eine lange Liste. „Die Antwort: Schweigen“, beklagt AGO-Obmann Andreas Unterkircher. „Der Gemeindenverband behandelt nur die Punkte, die ihn interessieren. Die anderen setzt er einfach nicht auf die Tagesordnung und so bleiben sie auf der Strecke“, kritisiert Unterkircher die „Hinhaltetaktik“. <BR /><BR />„Ein Schritt nach dem anderen“, mahnt hingegen Oberstaller. Mit den zwei Schwergewichten Aufgabenzulagen und Auftragsprämien habe man gerade mehr als genug zu verhandeln. <BR /><BR />„Wir können doch nicht über Gott und die Welt gleichzeitig diskutieren. Wenn die wesentlichen Punkte in trockenen Tüchern sind, kommt alles andere dann in einem zweiten Moment dran“, beruhigt er. Denn gerade in Sachen Auftragsprämie ist die Sachlage verzwickt – und die Gemeinden hinken mit einer Regelung hinterher. Die hätte jede Gemeinde nämlich eigentlich bereits bis Juni 2025 festlegen sollen, andernfalls kommt die „Landesvorgabe“ zur Anwendung. Formal haben die meisten Gemeinden diese beschlossen – und damit gehen zwei Prozent von der Auftragssumme an die Mitarbeiter und zwar zu einem Fünftel für Fortbildungen usw. und zu vier Fünfteln als Auftragsprämien für Gemeindesekretär und andere verantwortliche Mitarbeiter.<BR /><BR />Jetzt geht es vor allen Dingen darum, auszuhandeln, wer wie viel bekommen soll. Denn solange das nicht feststeht, bekommt keiner was. <BR /><BR />„Uns Bürgermeistern liegt daran, dass die Mitarbeiter einen guten Teil davon bekommen und die Schere zu den Gemeindesekretären nicht noch weiter aufgeht“, sagt Oberstaller. Doch bei den Verhandlungen hat auch die Gewerkschaft der Gemeindesekretäre mitzureden....<h3> 3 Fragen an Dominik Oberstaller</h3><Frage>Zwischen Gemeindenverband und den jeweiligen gewerkschaftlichen Vertretungen der Mitarbeiter und der Gemeindesekretäre laufen derzeit Gespräche zu Aufgabenzulagen sowie zur Aufteilung der Auftragsprämien. Was ist den Bürgermeistern dabei besonders wichtig? </Frage><BR /><KeinAbsatz></KeinAbsatz>Dominik Oberstaller: Uns ist es wichtig, dass die Gehälter für unser Personal wettbewerbsfähig und der jeweiligen Leistung entsprechend sind. Dabei setzen wir lieber auf zusätzliche finanzielle Anreize als auf Arbeitszeitreduzierung. <BR /><BR /><Frage> <KeinAbsatz></KeinAbsatz>Bei den Auftragsprämien sollen also verstärkt die Mitarbeiter profitieren...</Frage><BR /><KeinAbsatz></KeinAbsatz>Oberstaller: ... damit die Schere zu den Gemeindesekretären nicht weiter aufgeht.<BR /><BR /><Frage> <KeinAbsatz></KeinAbsatz>Sind die Verhandlungsergebnisse bei den Auftragsprämien bindend?</Frage><BR /><KeinAbsatz></KeinAbsatz>Oberstaller: Nein, wir geben nur Empfehlungen an die Gemeinden. <h3> Forderungen: Die AGO-Agenda für die lokalen Körperschaften</h3>Anbei einige Punkte, über die die autonome Gewerkschaftsorganisation der örtlichen Körperschaften AGO gerne verhandeln würde:<BR /><BR />Mehr Transparenz bei Abkommen auf dezentraler Ebene durch Online-Veröffentlichungen<BR /><BR />Information der Gewerkschaften über das Personal betreffende Rundschreiben des Gemeindeverbandes<BR /><BR />Anreizprämien für technische Funktionen<BR /><BR />Aufgabenzulage<BR /><BR />Vor- und Fürsorge für das Personal der Ortspolizei aus Verwaltungsstrafen<BR /><BR />Essensgutschein: Anwendungsmöglichkeiten ausweiten und Betrag erhöhen<BR /><BR />Smart Working <BR /><BR />Leistungslohn: Bewertung durch Mitarbeiter<BR /><BR />Bezahlte Sonderurlaube ohne eigene und uneingeschränkte Ermessensbefugnis des Arbeitgebers<BR /><BR />Abwesenheit wegen Krankheit: Kein ärztliches Attest bei einer eintägigen krankheitsbedingten Abwesenheit<BR /><BR />Kostenbeteiligung des Arbeitgebers plus mindestens zwei Tage bezahlter Urlaub bei Kursen zum psychophysischen Wohlbefinden