Hierbei hat Andrea Perger, Sprecherin der Initiativgruppe „Bildung Qualität Südtirol“ und Lehrerin am Realgymnasium in Schlanders, eine klare Meinung. <BR /><BR />„Die Ausflüge stellen für die Lehrpersonen durch die Bank eine große Belastung dar, weil man ständig in Sorge ist, was alles passieren kann“, sagt sie und fährt fort: „Und tatsächlich passieren auch viele unerfreuliche Dinge.“ <BR /><BR /><BR />Die Palette an unliebsamen Erfahrungen reicht von zweifelhaften hygienischen Zuständen in billigen Hotels, die gebucht wurden, um sich die Ausflüge leisten zu können, bis hin zu kleineren Verletzungen, durchzechten Nächten und gar einer Verhaftung. „Es wird informiert, appelliert und ins Gewissen geredet, aber man darf nie vergessen, dass die Schüler auf Ausflügen einfach Spaß haben wollen und sich oft der Tragweite eines vermeintlichen Spaßes erst hinterher bewusst werden“, schildert Perger.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1214229_image" /></div> Klar ist für sie jedenfalls, dass „kein Lehrer bei keinem Ausflug Spaß hat“, weil man als verantwortliche Aufsichtsperson eben ständig in Sorge bzw. Alarmbereitschaft sei – trotz Zusatzversicherung, die man sogar aus eigener Tasche bezahle. Sie selbst sei bei mehrtägigen Klassenfahrten immer wieder an die Grenzen ihrer Belastbarkeit gelangt, weshalb sie in der Folge oftmals mehrere Tage krank gewesen sei. Aus diesem Grund steht sie für mehrtägige Klassenfahrten nicht mehr zur Verfügung. <BR /><BR />„Darüber hinaus“, fährt Perger fort, „beschäftigen wir uns im Anschluss an Ausflüge mit den zu treffenden Disziplinarmaßnahmen, was auch wieder eine Menge Zeit in Anspruch nimmt.“ Nun, da Ausflüge wegfallen, werde vielen Lehrpersonen erst bewusst, welche zusätzliche Last wegfällt. „Vielen Lehrkräften ist gar nicht klar, dass wir zu Ausflügen nicht verpflichtet sind“, betont sie. <BR /><BR />Darauf verweist auch Marco Pugliese, Landessekretär der Gewerkschaft UIL: „Nein, dazu gibt es keine Verpflichtung. Und laut staatlichem Kollektivvertrag werden die Kosten für Fahrt, Unterkunft und Essen zurückerstattet, ansonsten ist keine Vergütung vorgesehen. Die Entschädigung steht in keinem Verhältnis zum Aufwand.“ <BR /><BR />Künftig sollen die begleitenden Lehrkräfte 5,60 Euro brutto pro Stunde (berechnet ab der 4. Stunde) statt der bisherigen 2,80 Euro brutto als Entschädigung bekommen. Gut findet Andrea Perger die Initiative von manchen Eltern, Ausflüge selbst in die Hand nehmen zu wollen – so könnten sie die Problematik der Ausflüge besser nachvollziehen. Allerdings seien Schulausflüge nie als Spaßveranstaltungen zu verstehen, sondern als Vertiefung von Unterrichtsinhalten.