Dienstag, 31. März 2020

Ausgangsbeschränkung bis mindestens Ostern - Danach Lockerung möglich

Der Direktor von Italiens Oberstem Gesundheitsinstitut (ISS), Silvio Brusaferro, schließt nicht aus, dass nach Ostern das Ausgangsverbot in Italien aufgelockert werden könnte.

„Wir beobachten, dass sich die Infektionskurve abflacht. Es gibt zwar noch keine Signale eines Rückgangs, doch es geht besser“, sagt ISS-Direktor Silvio Brusaferro.
„Wir beobachten, dass sich die Infektionskurve abflacht. Es gibt zwar noch keine Signale eines Rückgangs, doch es geht besser“, sagt ISS-Direktor Silvio Brusaferro. - Foto: © ANSA / ALESSANDRO DI MEO / ANSA
„Wir warten bis Ostern und werden dann die Zahlen prüfen, um weitere Schritt zu unternehmen. Auch nachdem es zu keinen neuen Infektionen kommen wird, werden wir nicht zum alten Leben zurückkehren“, sagte Brusaferro am Montagabend.

Unterdessen will die Regierung die strengen Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Krise bis mindestens Ostern verlängern.

In diese Richtung werde sich die Regierung nach Beratungen mit der Expertenkommission bewegen, teilte das Gesundheitsministerium am Montagabend mit. Bisher galten die Ausgangsverbote bis zum kommenden Freitag.

Außerdem erklärte ISS-Direktor Brusaferro: „Wir beobachten, dass sich die Infektionskurve abflacht. Es gibt zwar noch keine Signale eines Rückgangs, doch es geht besser. Die ergriffenen Maßnahmen zeigen Auswirkungen, doch es muss zu einem beträchtlichen Rückgang der Infektionen über mehrere Tage hinaus kommen. Wir müssen herausfinden, wie wir die Produktion wiederaufnehmen können, ohne dass die Epidemiekurve wieder wächst. Es wird zu einer schrittweisen Wiedereröffnung der Aktivitäten kommen. Wir müssen uns organisieren, damit positiv getestete Personen rasch isoliert werden“, kündigte er an.

„Diese globale Infektion wird nicht in kurzer Zeit verschwinden. Wir werden uns auf eine andere Zukunft einstellen müssen, zumindest solange kein Impfstoff oder Medikament gefunden wird“, sagte Brusaferro.

In Italien wächst unterdessen die traurige Bilanz der Ärzte, die am Coronavirus gestorben sind. Am vergangenen Wochenende wurde bei der Ärztekammer der Tod von 11 Sanitätern gemeldet.

63 Ärzte an Covid-19 gestorben

Damit steigt die Zahl der seit Beginn der Epidemie am 20. Februar gestorbenen Ärzte auf 63.

Italiens Vize-Gesundheitsminister Pierpaolo Sileri warnte vor allzu großem Optimismus angesichts der Infektionszahlen, die weniger als in den vergangenen Tagen gewachsen sind.

Mit einem Höhepunkt der Epidemie und einem Rückgang bei der Zahl der Infektionsfälle sei erst in 7 bis 10 Tagen zu rechnen. Laut Sileri sollten in Italien mehr Abstriche genommen werden.

Inzwischen steigt weiterhin die Zahl der Italiener, die wegen Verstoß gegen die Ausgangssperre bestraft wurden.

159.962 Personen wurden am Sonntag kontrolliert, 6623 wurden bestraft.

Seit Beginn der Ausgangssperre am 11. März wurden 3,2 Millionen Italiener von den Sicherheitskräften kontrolliert, weil sie sich außer Haus befanden.

Unterdessen wächst der Druck auf die italienischen Behörden für eine Auflockerung der Ausgangssperre für Kinder, die seit dem 5. März nicht mehr in die Schule gehen.

Auf Online-Plattform Change.org wurde eine Unterschriftensammlung gestartet, mit der Eltern, Erzieher und Kinderärzte die Regierung bitten, Kindern den Ausgang für eine beschränkte Zeit zu ermöglichen.

Dies sei für das psychisch-physische Wohlbefinden der Kinder notwendig, die angesichts des Frühlings nicht immer eingesperrt bleiben können.

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apa

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