Sonntag, 03. April 2016

Ausschreitungen und Festnahmen bei Demo am Brenner

Mit Steinen und Bengalischem Feuer: Was am Sonntagnachmittag als friedliche Protestaktion am Brenner gegen die Grenzen der Festung Europa geplant war, wurde von Ausschreitungen und Festnahmen überschattet.

Bilder der eingangs friedlichen Demo am Brenner.
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Bilder der eingangs friedlichen Demo am Brenner.

Am Brenner demonstrierten am Sonntag Menschenrechtsaktivisten aus verschiedenen Regionen Italiens, sowie aus Österreich und Deutschland gegen Grenzzäune, die Militarisierung von Grenzen und die Einschränkung von Bürgerrechten. "Aufstehen gegen die Grenzen der Festung Europa", lautete der Slogan. Die Demonstranten trafen sich um 13.30 Uhr am Bahnhof Brenner, um dann die Grenze nach Österreich zu überqueren. 

Rund 800 Menschen hatten sich versammelt, darunter auch die Grünen-Politiker Hans Heiss und Riccardo Dello Sbarba. Die als friedliche Demo angekündigte Veranstaltung heizte sich jedoch zunehmend auf.  

 „Zunächst verlief die Demonstration friedlich, gegen Ende attackierte aber eine Gruppe von rund 50 Aktivisten österreichische Beamte“, teilte ein österreichischer Polizist mit.
Nach 15 Uhr versuchten Protestierenden, einen Zug anzuhalten. Es kam zu turbulenten Szenen. 

Das Schild der Republik Österreich wurde mit dem Wort "Welcome" übersprüht. 

Infolge der Ausschreitungen riegelte die österreichische Polizei die Straße ab, doch weiterhin unternahmen die Demonstranten den Versuch, die Polizeiketten zu durchbrechen. Eine Gruppe von rund 50 Personen hätte unter „Anwendung von Gewalt“ österreichische Beamte attackiert, schilderte der Einsatzleiter. 

Unter anderem hätten sie Steine und Bengalische Feuer geworfen.

Die österreichische Polizei antwortetet auch mit Pfefferspray. Laut letzten Meldungen hat es Festnahmen gegeben, wie viele war vorerst unbekannt. 
Mehrere österreichische Beamte wurden verletzt. Die italienische Polizei war indes nicht zu sehen.

„Die Demonstranten sind am späten Nachmittag abgezogen und auf die italienische Seite gewechselt“, schilderte der Beamte.

Organisiert wurde die Kundgebung von der Bewegung „Agire nella crisi“ (In der Krise handeln), deren Aktivisten sich auch an einem Protestmarsch im provisorischen Flüchtlingslager Idomeni an der griechisch-mazedonischen Grenze beteiligt hatten.

stol/apa/ker

stol