Freitag, 29. Mai 2020

Außerordentliche Corona-Finanzhilfe für Studierende angekündigt

Die Südtiroler HochschülerInnenschaft (sh.asus) begrüßt das von Landesrat Philipp Achammer am Freitag angekündigte Konzept zur außerordentlichen Corona-Finanzhilfe für Studierende - einige Änderungen seien jedoch nötig.

Die außerordentlichen Corona-Finanzhilfen seien eine Investition in die Zukunft, erklärt sh.asus.
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Die außerordentlichen Corona-Finanzhilfen seien eine Investition in die Zukunft, erklärt sh.asus. - Foto: © unibz
„Wir sehen hier den Willen, in die Zukunft unseres Landes zu investieren. Denn das ist eine solche Unterstützungsmaßnahme für Studierende - eine öffentliche Investition in die die Zukunft der Südtiroler Arbeitswelt“, freut sich der Vorsitzende der sh.asus, Matthias von Wenzl. Das Konzept, das von zuständigen Beamten ausgearbeitet wurde, verrate auch die Mitwirkung der sh.asus.

Danke für die Zusammenarbeit sh.asus! Wir wollen jenen Studierenden jetzt unter die Arme greifen, die sich aufgrund der Corona-Krise umso schwerer tun, ihr Studium zu finanzieren! Weitere Details in Kürze...

Posted by Philipp Achammer on Friday, May 29, 2020


Mit einzelnen Details sei man aber noch nicht zufrieden, so von Wenzl. So etwa mit der Zugangshürde von 20 Prozent Einkommensverlust im Jahr 2020 im Vergleich zu 2019. Diese Voraussetzung muss erfüllt sein, um die 1500 Euro Unterstützung zu bekommen. „Natürlich muss die Hilfsmaßnahme an Einkommensverlust gekoppelt werden, jedoch sind 20 Prozent wohl zu hoch gegriffen. Viele bedürftige Studierende würden aus dem Raster fallen, etwa auch solche, die regelmäßig geringfügig beschäftigt sind“, meint der Vizevorsitzende Julian Nikolaus Rensi.

Man könne im unteren Bereich eine 3. Kategorien vorsehen, für die die finanzielle Verschlechterung geringer sein kann, für die dann aber auch entsprechend weniger Finanzhilfen vorgesehen seien. Dass man jedoch 40 Prozent Einkommensverlust vorweisen muss, um den höchsten Betrag von 2000 Euro erhalten zu können, findet die Studierendenvertretung in Ordnung.

Achammers Konzept sieht außerdem vor, dass auf bereits erhaltene Studienbeihilfen 10 Prozent zugeschlagen werden sollen, sofern man erklärt, die oben genannte Zugangsvoraussetzung von 20 Prozent weniger Einkommen zu erfüllen. Dazu Rensi: „Die Idee ist auf jeden Fall positiv, jedoch ist die pauschale Erhöhung des Stipendien-Betrages um 10 Prozent unzureichend und könnte im Ergebnis zu ungerechten Verteilungen der Finanzhilfen führen.“

Wer beispielsweise 1400 Euro Studienbeihilfe erhalten hat und einen Einkommensverlust von 50 Prozent erleiden muss, bekomme im Endeffekt 1540 Euro, anstatt der 2000 Euro, die ihm ohne weiteres zustünden, wenn er keine Studienbeihilfe beziehen würde. Die Studierendenvertreter schlagen vor, den Zuschlag, der auf die Beihilfe gezahlt wird, nach oben hin regressiv zu gestalten, sodass Bezieher von geringeren Stipendien einen höheren Prozentsatz bekommen als jene, die sowieso schon einen sehr hohen Betrag erhalten.

„Jedenfalls will ich unterstreichen, dass wir zusammen mit Landesrat Achammer einen bedeutenden Schritt vorangekommen sind. Wir bleiben zuversichtlich, im Interesse der Südtiroler Studierenden auch jene Probleme zu lösen, die das Konzept unserer Ansicht nach aufwirft“, stellt von Wenzl abschließend fest.

ptr

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