Mittwoch, 04. November 2020

Auszählung schreitet voran – weiter gute Zeichen für Biden

In den US-Bundesstaaten ohne Ergebnis zur Präsidentschaftswahl ist am Mittwoch die Auszählung vorangeschritten, hunderttausende Stimmen standen aber noch aus. Die für die Wahl zuständigen Innenminister der Staaten hatten sich bis zum Mittag (Ortszeit) zum Stand der Dinge geäußert – es sah weiter eher so aus, als würde der Demokrat Joe Biden die Wahl gegen Amtsinhaber Donald Trump gewinnen.

Zum aktuellen Zeitpunkt sieht es eher so aus, als würde der Demokrat Joe Biden die Wahl gegen Amtsinhaber Donald Trump gewinnen.
Zum aktuellen Zeitpunkt sieht es eher so aus, als würde der Demokrat Joe Biden die Wahl gegen Amtsinhaber Donald Trump gewinnen. - Foto: © APA/getty / WIN MCNAMEE
In Pennsylvania, wo am Morgen noch die Auszählung von weit mehr als einer Million abgegebener Stimmen erwartet wurde, erklärte die Wahlleiterin, dass rund die Hälfte davon aufgearbeitet sei. Hier hatten Verantwortliche zuvor eingeräumt, dass es schlimmstenfalls noch Tage bis zu einem Ergebnis dauert. Die Kandidaten lagen hier eng beieinander. Für Biden zeichnete sich aber ab, dass er auch ohne den Staat auf die nötigen 270 Wahlleute kommen könnte.


Möglicherweise Nachzählung in Wisconsin

In Wisconsin erklärte die Wahlleiterin, dass bis auf ein einziges Dorf mit rund 300 Stimmen alle Stimmen gezählt seien und Biden laut vorläufigem Ergebnis mit rund 20.000 Stimmen oder etwa 0,7 Prozentpunkte vorne lag. Allerdings waren hier US-Medien ihrer Aussage nicht sofort gefolgt und hatten den Staat Biden noch nicht zugeschlagen. Die Republikaner kündigten an, eine Nachzählung zu beantragen – in früheren Jahren hatten sich dabei meist nur einige 100 Stimmen verschoben.

Ergebnis in Georgia noch nicht fix

In Georgia lag Trump knapp vorne. Dort standen laut Innenminister des Staates noch rund 200.000 Stimmen aus. Diese könnten das Rennen aber noch kippen lassen, weil rund 120.000 davon in und nahe Atlanta lagen, einer Hochburg der Demokraten.

Biden in Nevada zunächst vorne

Die für die Wahl zuständige Innenministerin von Nevada erklärte dagegen, dass es bis 9 Uhr am Donnerstag (Ortszeit, 18 Uhr deutscher Zeit) keine weiteren Zahlen mehr gebe. In Nevada gelten auch Stimmen, die bis zum 10. November eingehen, aber maximal den Poststempel vom Wahltag am Dienstag tragen. Zunächst lag hier Biden vorne.

Weiter unklar ist die Lage in Arizona, wo Biden ebenfalls führte. Dort hatte es am Morgen Meldungen gegeben, wonach es Probleme bei der Dateneingabe der Ergebnisse gab. Es war unklar, wie viele Stimmen dort noch ausstanden.

Auszählung aufgrund der Briefwahl äußerst langwierig

Damit könnte es insgesamt noch Tage dauern, bis die Verantwortlichen in den US-Bundesstaaten ein vorläufiges Ergebnis ausrufen. Sollte Biden Arizona, Nevada, Wisconsin und Michigan für sich entscheiden, hätte er den Kampf ums Weiße Haus mit 270 Wahlleuten gewonnen. Mit Pennsylvania (20) und Georgia (16) könnte er seinen Vorsprung ausbauen und käme auf 306 Wahlleute.

Trumps Team hoffte auf einen größeren Fehler in Arizona und Siege in Pennsylvania und Georgia. Dann käme Trump auf eine Mehrheit.
Die Auszählung zieht sich wegen des hohen Briefwahlanteils hin. Die Beglaubigung dieser Stimmen ist in den USA oft ein langwieriger Prozess, teils müssen Unterschriften einzeln mit denen des Wählerverzeichnisses verglichen werden.

In den 3 Staaten Wisconsin, Michigan und Pennsylvania hatte die republikanische Partei Bestrebungen gestoppt, Wahlumschläge schon vor dem Wahl-Dienstag zu öffnen.

Trump erklärt sich selbst zum Sieger

Trotz des noch offenen Ausgangs in vielen US-Bundesstaaten hat sich Präsident Donald Trump frühzeitig zum Sieger der Wahl erklärt. Er sprach zugleich von Betrug an den Wählern und kündigte an, vor den Obersten Gerichtshof zu ziehen. Die Demokraten des Herausforderers Joe Biden sehen Befürchtungen bestätigt, dass Trump das Weiße Haus nicht kampflos aufgeben wird – unabhängig vom Ausgang der Wahl.

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dpa