Die Vorstellung im Landtag diente dazu, einen Wissensgleichstand zwischen allen Beteiligten herzustellen, erklärte Landtagsvizepräsident Thomas Widmann. Zunächst wurden die Ergebnisse der Arbeitsgruppen des Forums der 100 vorgestellt.So war der Konsens der “ARBEITSGRUPPE 1: Ausbau der Autonomie, Rolle der Region, Beziehungen zu Wien und Rom, doppelte Staatsbürgerschaft”, dass die Rolle des Landes bei der Änderung des Statuts verstärkt werden und die Region eine neue Rolle erhalten sollte, mit ad hoc Organen und als Verbindungsglied zwischen den beiden Provinzen. Die Arbeitsgruppe sprach sich unter anderem auch für die doppelte Staatsbürgerschaft aus.Die “ARBEITSGRUPPE 2: Selbstbestimmung, Euregio, Beziehungen zu Österreich und Italien, Südtirolaktivisten” sah die Selbstbestimmung einerseits als grundsätzliches demokratisches Recht, andererseits in Verbindung mit dem Völkerrecht. Sie sollte in das Statut bzw. in die Präambel aufgenommen werden.In der “ARBEITSGRUPPE 3: Kultur, Bildung, Toponomastik” kam es zu zwei unterschiedlichen Positionen. Die drei Schulen und Schulverwaltungen sollten getrennt bleiben, aber Stätten der Begegnung werden, gemischte Schulen und Immersion seien nicht zielführend. Es sollten nur die historisch fundierten Ortsnamen verwendet werden, die Pflicht zur Zweisprachigkeit in der Toponomastik sollte gestrichen werden.Eine zweite Position sprach sich für eine zusätzliche mehrsprachige Schule und eine Früherlernung der Sprachen aus, einschließlich Englisch, eine Regelung zur Toponomastik sollte nach dem Konsensprinzip und nicht nach Machtpositionen gefunden werden. Auch in der Kulturpolitik sollte die Mehrsprachigkeit stärker gefördert werden, Fernsehsendungen, insbesondere die lokalen Nachrichten, könnten untertitelt oder gedolmetscht werden.Der Proporz soll laut der “ARBEITSGRUPPE 4: Sprachgruppenzugehörigkeit, Proporz, Interessen-Vertretung Ladinia, Zwei- bzw. Dreisprachigkeit in der öffentlichen Verwaltung” beibehalten werden, aber man soll der neuen mehrsprachigen Generation Rechnung tragen. Die öffentlichen Wettbewerbe sollten zwei- bzw. dreisprachig abgehalten werden. Die Vertretung der Ladiner soll in allen wichtigen Gremien gewährleistet werden. Das Land soll eine einheitliche ladinische Schriftsprache verwenden. Der Sach-Fach-Unterricht in den ladinischen Schulen soll ausgebaut werden.Die Ergebnisse aller 8 Arbeitsgruppen: Forum_100.pdf 4,24 MB Das Abschlussdokument des Konvents der 33Außerdem wurde am Freitag das Abschlussdokument des Konvents der 33 vorgestellt. Der Vorsitzende des Konvents der 33 Christian Tschurtschenthaler bezeichnete die Arbeit des Konvents als Erfolg: „Es ist noch ein weiter Weg. Den ersten Schritt, den wichtigsten, haben wir gemeinsam getan.“ Laut Abschlussdokument sollen in einer Präambel des Statuts der Verweis auf den Pariser Vertrag Niederschlag finden, ebenso die Besonderheit der Südtiroler Autonomie mit ihrer internationalen Verankerung, der Minderheitenschutz durch Völker- und Unionsrecht, das Bekenntnis zur EU, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit, die gemeinsame Geschichte mit Tirol und Trentino, die christlichen Wurzeln u.a.m. Vorgeschlagen wurde auch ein Verweis auf das Selbstbestimmungsrecht, mit dem aber nicht alle Mitglieder des Konvents einverstanden waren. Die Organe des Landes wurden nicht diskutiert, aber deren Kompetenzen würden durch eine Neuausrichtung der Region erweitert. Konvent_33.pdf 7,97 MB stol