Donnerstag, 25. Oktober 2018

Bauchweh mit der Lega

Die Koalitionsfrage spaltet die Geister innerhalb der SVP. „Von der Lega trennt uns die Wertehaltung“, sagt Arbeitnehmer Zeno Christanell. „Auf die Grünen sind unsere Stammwähler allergisch“, meint der Bezirksobmann aus dem Unterland Oswald Schiefer.

Nicht alle innerhalb der SVP wären mit der Lega als Koalitionspartner glücklich.
Nicht alle innerhalb der SVP wären mit der Lega als Koalitionspartner glücklich. - Foto: © D

Was die Koalitionspartner für die Landesregierung betrifft, so stehe es der SVP nicht zu, den Italienern etwas vorzuschreiben, so Meinhard Durnwalder. „Mit der Lega haben sie eine Partei stark gewählt.“ Bei Landwirtschaft, Jagd und Wirtschaft habe man mit der Lega gemeinsame Themen, doch sei deren Anti-Europa-Kurs problematisch, weshalb die SVP geteilter Meinung sei.

Einer, der mit der Lega wenig anfangen kann, ist Arbeitnehmer Zeno Christanell: „Von der Lega trennt uns die Wertehaltung. Der MSI war auch einmal stärkste italienische Partei und kam nicht in die Landesregierung.“ 

„Einiges ist hausgemacht“

Italiener, die SVP gewählt hätten, haben ihr Kreuz dieses Mal bei der Lega gemacht. „Boschi, Zick-Zack-Kurs beim Flugplatz, die nicht in den Bauleitplänen eingetragene Unterlandler BBT-Zulaufstrecke: Einiges ist auch hausgemacht“, sagt etwa Oswald Schiefer. „Wir haben von leistbarem Wohnen geredet, aber Baugrund wird immer teurer.“ 

Zumal die Lega in Rom und jetzt auch im Trentino am Ruder sei, wäre eine Koalition mit ihr naheliegend. „Auf jeden Fall naheliegender als mit den Grünen, auf die viele unserer traditionellen Wähler nicht nur in der Landwirtschaft allergisch sind. Da verlieren wir nochmals Stimmen“, sagt Schiefer.

Es braucht klares Bekenntnis zur Autonomie

„Die Italiener haben bei der Lega eine neue Heimat gefunden und uns diesmal nicht mehr gewählt“, so Dieter Steger. Europa sei der Knackpunkt mit der Lega, und man habe mit dem PD erfolgreich regiert. „Andererseits haben wir als SVP, die Grünen und der PD abgebaut: Das wäre dann die Koalition der Verlierer“, so Steger. Die Italiener hätten die Lega stark gewählt. „Und ich mache mir große Sorgen, wenn man sie vor den Kopf stößt.“

D

stol