Dienstag, 20. Oktober 2020

Für Nachhaltiges gibt's EU-Millionen

Für Südtirols Bauern geht es am heutigen Dienstag und – vor allem – am morgigen Mittwoch im EU-Parlament um Millionen. „Es werden die neuen Regeln festgelegt, wie Betriebshilfen, Ausgleichszahlungen, Agrar-Umweltprämien usw. verteilt werden“, sagt EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann. Nach der heutigen Debatte erfolgt morgen die Abstimmung.

Südtirols Bauern (im Bild Landwirtschaft auf der Seiser Alm) blicken gespannt nach Brüssel.
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Südtirols Bauern (im Bild Landwirtschaft auf der Seiser Alm) blicken gespannt nach Brüssel. - Foto: © A. Sparer
Die neue Ausrichtung der EU-Agrargelder, die dann bis 2027 Gültigkeit behalten soll, richten sich gewissermaßen alle nach dem übergeordneten Ziel, einer nachhaltigen Landwirtschaft. „Die Nationalstaaten müssen strategische Pläne vorweisen, denen Nachhaltigkeitskriterien zu Grunde liegen. Eine Vorgabe könnte beispielsweise sein, dass 10 Prozent der Betriebe Bio-Betriebe sein müssen“, sagt Dorfmann.

Diese Neuerung stelle für „unsere Südtiroler Berglandwirtschaft eine Chance dar. Da geht vieles in unsere Richtung, denn Dauerwiesen sind ungleich besser als ein Acker. Eine Viehhaltung, wo ein bedeutender Teil des Futters von Dauerwiesen kommt und nicht 1000 Kühe Soja aus Südamerika fressen, kommt uns zugute. Eine Kuh, die auf der Seiser Alm Gras frisst, ist für das Klima nützlicher als eine Kuh, deren Futter von einem Acker kommt, das zudem noch weite Wege zurücklegen musste. In diesem Punkt haben wir durchaus unsere Möglichkeiten und Stärken – dafür haben wir jahrelang gekämpft“, sagt Dorfmann.

Angleichung der Betriebshilfen

Zudem soll es zu einer Angleichung der Betriebshilfen kommen, was die Flächenprämien betrifft. „Diese Maßnahme zielt darauf ab, dass jeder Hektar eines jeden Bauern gleich viel bringt. Bis jetzt hat es beispielsweise große Unterschiede zwischen Bauern der Po-Ebene und unseren Bauern gegeben.

Und genau hier ist der Grund zu suchen, warum Bauern von unten bei uns Almen gepachtet haben. Eben weil diese pro Hektar eine viel höhere Prämie bekommen haben“, sagt Dorfmann. Mit dieser Änderung sollten 10 bis 15 Millionen mehr an Südtirols Bauern fließen. „Das sollte ordentlich Geld in unsere Kassen spülen“, meint Dorfmann. Zudem sollen 30 Prozent der Prämie an Nachhaltigkeitskriterien gekoppelt werden.

Prämien für aussterbende Rassen

Prämien gibt es zudem für aussterbende Rassen wie das Villnösser Brillenschaf, die Passeirer Gebirgsziege usw.. EU-Geld im Rahmen des Leader-Programms schaut auch für das Projekt Regiokorn heraus, und auch die Erzeugerorganisation VOG, ViP und VOG Products dürfen für ihre operativen Programme mit EU-Unterstützung rechnen, und zwar in der Höhe von 4,1 Prozent des Umsatzes. „Das sind rund 25 Millionen Euro. 20 Prozent davon sind an Nachhaltigkeitsprogramme gekoppelt“, sagt Dorfmann.

lu

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