„Verkauft werden verschiedene Höfe in interessanten Lagen“, heißt es in Anzeigen einschlägiger Immobilienmakler. Unterm Strich, sagt Landesrat Luis Walcher, hätten die geschlossenen Höfe in den letzten 10 Jahren zwar nicht abgenommen. <BR /><BR /><embed id="dtext86-68052570_quote" /><BR /><BR />„Aber auch wir machen uns Gedanken und werden im Wohnbauomnibusgesetz, das in den nächsten Monaten in den Landtag kommt, eine Änderung vorlegen, laut der Höfe nicht mehr von jedem gekauft werden können.“ Ein Viertel der Höfe werde von Auswärtigen gekauft, die vor allem am Haus im Grünen und nicht an der Landwirtschaft interessiert seien. Diese „Spekulation um die Höfe“ werde abgestellt und gesorgt, dass „Bauernhöfe in Bauernhand bleiben.“<h3> Seit Jahren ein heißes Eisen</h3>Details lässt sich Walcher nicht entlocken. Die aber wissen schon seine bäuerlichen SVP-Kollegen, die im Landesbauernrat sitzen, wo das heiße Eisen seit Jahren und noch unter Landesrat Schuler diskutiert wird – oder selbst eine örtliche Höfekommission leiten, wie Sepp Noggler. <BR /><BR />Die örtliche Höfekommission soll künftig nämlich festlegen, an wen ein Hof verkauft werden darf. Und zwar anhand von Kriterien, die laut letzter Textversion dieselben sind wie bei der Neuschließung eines Hofes. Voraussetzung sind: Studientitel im Bereich Landwirtschaft, Abschluss einer landwirtschaftlichen Oberschule bzw. Fachschule für Land- und Hauswirtschaft oder ersatzweise 5 Jahre Berufserfahrung in der Landwirtschaft. Teil 2 der Auflage sind 3 Jahre Eintragung beim INPS, Bereich Landwirtschaft.<BR /><BR /><embed id="dtext86-68052574_quote" /><BR /><BR />Sepp Noggler hegt rechtliche Zweifel: „Das ist ein zu starker Eingriff ins Privateigentum. Wie komme ich als Höfekommission zudem dazu, dem Nachbarn zu sagen, an wen er verkaufen darf.“ Zweifel hat auch Franz Locher: „Ein Hof ist nicht dazu da, ein Geschäft zu machen, doch das durchzusetzen, wird nicht leicht. Es wird Rekurse geben. Der Wert der Höfe sinkt und wir müssen aufpassen, uns nicht selbst ein Bein zu stellen.“<BR /><BR />Scharfe Kritik kommt von Ex-Landesrat Hans Berger. Er ist Präsident einer Höfekommission. „Doch obwohl ich seit 40 Jahren einen geschlossenen Hof bewirtschafte, dürfte ich mit den neuen Kriterien keinen Hof kaufen, weil ich nie in die Bauernkrankenkasse eingetragen war“, so Berger. <BR /><BR /><embed id="dtext86-68052751_quote" /><BR /><BR />Rechtlich sei zweifelhaft, ob das Vorgehen mit EU-Recht kompatibel sei. „Vor allem aber frage ich mich, ob der Bauernbund einer Regelung zustimmt, die den Wert der Höfe auf ein Drittel reduziert.“ Hürden ja, aber diese seien so hoch, dass sie kontraproduktiv wirken. <BR /><BR />„Wenn ein Bauer einen Kredit will, wird ihn die Bank mit dem Hinweis verschicken, dass sein Hof nichts mehr wert ist“, so Berger. Die Vorsitzenden der Höfekommissionen möchten nicht „Schiedsrichter mit dem Risiko, verklagt zu werden“ spielen. „Alle werden zu allem Ja sagen, damit sie aus der Verantwortung sind“, meint Berger.<h3> Was der Südtiroler Bauernbund (SBB) sagt</h3>Abseits hält sich der SBB. „Wir kommentieren, wenn ein Vorschlag der Regierung vorliegt“, sagt Direktor Siegfried Rinner. Indiskretionen zufolge war ursprünglich zudem geplant, dass Käufer den Hof selbst bewirtschaften müssen. Das aber wurde in der Zwischenzeit als „nicht kontrollierbar“ fallengelassen.