Der deutsche G7-Gipfel fand diese Woche im bayerischen Elmau statt – zum mittlerweile zweiten Mal. Schon Kanzlerin Merkel hatte die G7-Staats- und Regierungschefs – darunter US-Präsident Obama – 2015 in die malerische Bergwelt der bayerischen Alpen gebracht. Obwohl nur indirekter Gastgeber, haben die Bayern auch dieses Mal durchaus Präsenz gezeigt, was aber nicht jedem gefiel...<BR /><BR />Da war zunächst ein gewaltiges Polizei-Aufgebot, in dessen Rahmen die Beamten ihren Berg an Überstunden auf eine wahrhaft alpine Höhe brachten; schon 20, 30 Kilometer nördlich von Garmisch waren die ersten Straßensperren zu passieren – aber nur für diejenigen, die eine gute Erklärung parat hatten; da war der US-Präsident mit einer Karawane von 40 natürlich extra aus den USA eingeflogenen Monster-Limousinen.<BR /><BR />In welcher Biden selbst saß, wusste wahrscheinlich nicht einmal er selber; da waren akkreditierte Protestierer mit verschiedenen Anliegen, die, registriert und nummeriert, ins Sperrgebiet eindringen durften, für ein paar Minuten zumindest; da war die Bürgermeisterin von Garmisch, die gemeint hat, ein drittes Mal müsse man den Auflauf nicht mehr haben. Und da war die kolossale Kulisse des Wetterstein-Gebirges, aber die hat wenigstens nichts gekostet.<BR /><BR />Natürlich gab es auch ein gewisses politisches Ergebnis, das man aber schon im Vorfeld hatte erahnen können: ein bisschen Klima, etwas Sanktionen gegen Russland, liebreiche Vorsätze die Dritte Welt betreffend, und was bei solchen Gelegenheiten halt sonst auf die Tagesordnung kommt. Bis jemand nach einem halben oder einem Jahr auf den Gedanken kommt, einmal nachzuschauen, was aus den Beschlüssen geworden ist, hat man in den Schlagzeilen und bei den Abend-Nachrichten längst keinen Platz mehr dafür.<h3> Wirbel in Berlin</h3>Innenpolitisch liegt der Schwerpunkt auf der bayerischen Begrüßung der ausländischen Gäste mit Gebirgsschützen, Blaskapelle und Trachtenvereinen, auch der fränkische Ministerpräsident Markus Söder hat sich zu diesem Zweck in eine Trachtenjoppe begeben. Er hat aus Erfahrung auch mit der Wirkung rechnen dürfen, welche diese Pracht in Deutschlands Norden auslösen musste. Titelseiten und das Internet waren voller Häme und Aufregung.<BR /><BR /> Dass es in Berlin keine Gebirgsschützen gibt, das müssen die da dort halt hinnehmen. Aber dass man in Bayern die ausländischen Gäste mit der eigenen Kultur und Tradition begrüßt, betrachtet man im Norden gern als eine weiß-blaue Eigenmächtigkeit, die eine jede Empörung rechtfertigt. <BR /><BR />Söder aber bemerkte zu dem Wirbel listig, diese Art der Begrüßung durch die Staatsregierung sei mit Berlin „abgesprochen“ gewesen. Man kann sich schon denken, wie das gegangen ist: Die Bayerische Staatskanzlei wird das Bundeskanzleramt in Kenntnis gesetzt haben. Verbieten können es die Preußen ja nicht, und außerdem macht man das in Bayern immer so. <BR /><BR />