Derzeit nimmt die österreichische Regierung alle Infrastrukturprojekte unter die Lupe.Sie will eine Prioritätenliste erstellen, aus der hervorgehen soll, welche Projekte wann angegangen werden. Deshlab haben die beiden Landeshauptleute den Appell an Bundeskanzler Werner Faymann, Vizekanzler Josef Pröll und Verkehrsministerin Doris Bures gerichtet, den BBT so rasch wie möglich zu verwirklichen. Wie Durnwalder und Platter betonen gehe es darum, "jetzt den Baubeschluss zu diesem Projekt von europäischem Interesse zum Wohle der Bürger in den vom Transitverkehr belasteten Gebieten zu fassen".In ihrem Schreiben betonen die Landeshauptleute die Bedeutung eines raschen Baus des BBT."Für Tirol und Südtirol ist das Tunnelprojekt ein Umweltprojekt ersten Ranges, da der BBT die Voraussetzung für die Verlagerung des Straßengüterverkehrs auf die umweltfreundliche Schiene darstellt", so Durnwalder und Platter.Sie verweisen darauf, dass jährlich 45 Millionen Tonnen Güter auf der Brennerstrecke transportiert werden, davon nur 32 Prozent per Zug. Ein Anteil, der kaum gesteigert werden könne, weil die maximale Kapazität auf manchen Streckenabschnitten der alten Brennerbahn bereits nahezu ausgeschöpft sei. Auch die europäische Bedeutung des BBT streichen sie in ihrem Schreiben hervor: Der BBT sei das Herzstück der 2200 Kilometer langen TEN-Achse Berlin-Palermo. Diese sei bereits zu rund 70 Prozent fertiggestellt und gelte als eines der wichtigsten Verkehrsprojekte der EU. Mit zuletzt 786 Millionen Euro, die Brüssel bis 2013 für die Verwirklichung des Projekts bereitgestellt habe, gehöre der BBT zudem zu den bestgeförderten Infrastrukturprojekten der EU.Der BBT sei, so schreiben Durnwalder und Platter, Teil einer verkehrspolitischen Gesamtstrategie.Begleitend müssten auch die Rahmenbedingungen geschaffen werden, die eine Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene garantierten. In diesem Bereich sichern die beiden Länder ihren vollen Einsatz zu, unterstreichen aber gleichzeitig auch die Wirkung eines raschen Baubeschlusses als Signal an Brüssel und die Nachbarländer.