Mittwoch, 18. Juli 2018

Bei den Freiheitlichen fliegen die Fetzen

Die Freiheitliche holt die Vergangenheit ein – und es fliegen die Fetzen. 8 Jahre haben die Mandatare für einen Kredit von 290.000 Euro gezahlt – aufgenommen auf den Namen Pius Leitner, mit Bürgschaft der Laurin-Stiftung. „Jeder Cent ging an die Partei“, so Leitner. „Eine Liste, wohin das Geld floss, habe ich nie erhalten“, sagt Roland Tinkhauser. Er habe lästige Fragen gestellt und steht nicht mehr auf der Liste.

Dei beiden Parteikollegen im Jahr 2014. - Foto: D
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Dei beiden Parteikollegen im Jahr 2014. - Foto: D

Bei den Freiheitlichen spielte das Wort „Altlasten“ stets eine große Rolle. „Von 2009 bis 2016 haben wir Altlasten von 445.00 Euro getilgt“, so Obmann Walter Blaas 2017 bei seinem Abschied. Die erste Altlast war ein Darlehen von 155.000 Euro für den Wahlkampf 2013. Die zweite ein Darlehen bei der Raiffeisen Landesbank Innsbruck über 290.000 Euro – und genau um Fragen nach dessen Verwendung geht es.

Aufgenommen wurde der Kredit im fernen Jahr 2008 vom damaligen Obmann Leitner. Dass der Kredit auf ihn persönlich lief, liegt daran, dass als Bürge die Laurin-Stiftung mit Sitz in Vaduz einstand, die in Südtirol nicht nur Bedürftige, sondern auch die patriotische Szene unterstützte. Wie von der Laurin-Stiftung verlangt, mussten, laut Leitner, Vorstandsmitglieder wie er, Ulli Mair und Sigmar Stocker zudem eine Bankgarantie unterzeichnen. Er habe die Gesamtsumme an die Partei überwiesen, sie habe ihm das Geld scheibchenweise zurückbezahlt. Zur Kasse gebeten wurden die Mandatare, die monatlich zwischen 1100 und 1300 Euro als Parteiabgabe entrichteten.

290.000 Euro waren nie ausgemacht 

„Vielleicht war ich ein Dödel, aber Leitner hat gesagt, dass damit Kosten aus alten Prozessen beglichen wurden“, so Roland Tinkhauser. Ein Bild, das 2017 nach erfolgter Kredit-Tilgung mit einer zufälligen Begegnung zwischen Obmann Walter Blaas und Karl Zeller Risse bekam. Anwalt Zeller hatte die Blauen wegen der Prozesse aus der Ära Waldner sogar gepfändet. c hätten sie aber nie ausgemacht.

Hinter vorgehaltener Hand bestätigten Abgeordnete, dass es mehrfach Nachfragen nach der Verwendung des Geldes gab. Einer, der sie laut stellte, war Tinkhauser. „Wir haben alle bezahlt, weshalb man unter Kollegen einfach eine Aufstellung vorlegt“, so Tinkhauser. Diese aber habe er nie erhalten. Somit habe er diesen März im Medienprozess Freiheitliche contra „Alto Adige“ ausgesagt, dass er nichts über die Verwendung des Kredits wisse. „Das muss jemand in den falschen Schlund bekommen haben. Jetzt bin ich nicht mehr auf der Landtagsliste. Das tat weh, aber ich nehme es zur Kenntnis.“

Was Tinkhauser zu Protokoll gab, ist laut Leitner ein „starkes Stück“. Dieser sei im Vorstand gesessen, als der Kredit beschlossen wurde. „Tinkhauser versucht seit einem Jahr, mich aus der Partei zu kicken. Dabei sollte er lieber schauen, was er 5 Jahre getan hat: Gar nichts, nur blöd über die Partei geredet“, wettert Leitner. „Ich lasse mich nicht als Abkassierer darstellen.“

D/bv

stol