Die grüne Doppelspitze, Brigitte Foppa und Sepp Kusstatscher, die sich selbst auch „BriSe“ (BRI von Brigitte, SE von Sepp; Anm.d.Red.) nennt, blickt zufrieden zurück und will die Partei mit neuen Themen vorantreiben. „Wenn ich bedenke, mit welch bescheidenen Mitteln wir arbeiten müssen, dann staune ich selbst über Geleistetes“, so Sepp Kusstatscher. Er versuche, trotz der knappen Ressourcen, das schlechte Ansehen der Politik zu bekämpfen. Kusstatscher blickte zurück auf die Europaparlamentswahlen, wo die Grünen mit 10,9 Prozent der Wählerstimmen ihr zweitbestes Ergebnis in der 30-jährigen Parteigeschichte erzielten. Auch das Thema Brennerbasistunnel sei noch nicht vom Tisch: Die Partei werde präsent bleiben, sich mit Interventionen aber zurückhalten. „Als größten Misserfolg betrachte ich die Tatsache, dass wir Grüne nicht imstande sind, die derzeitige fremdenfeindliche, rassistische und egoistische Stimmung im Lande zu stoppen“, bedauerte Kusstatscher. Man sei sich bewusst, dass man „weder frech noch ‚unerhört‘“ klinge. Jedoch wolle man „kleine Schritte machen“.„Über den Tellerrand hinausschauen“Nach der knappen Mehrheit im Oktober 2009 in Fiuggi bei Rom, wo ein Neustart der Grünen in ganz Italien beschlossen wurde, wollen sich die Südtiroler Grünen nicht nur auf das Thema Ökologie begrenzen, sondern viele Themen ansprechen. In Zukunft werde es deshalb unter anderem um Diskriminierung, feministische Themen, Aktionen zum vegetarischen Leben, Elektrosmog, um das Thema „Nachhaltige Schule“ und vor allem um Grünanlagen hauptsächlich im Raum Bozen gehen, kündigten Foppa und Kusstatscher an. „Der Frosch ist unser Idol“Brigitte Foppa stellte schließlich die neue Homepage der Partei vor, die neue, aggressivere Themen wie Abtreibung, Euthanasie und Kreuze in Schulen aufgreife. Symbolisch thront ein Frosch auf der Seite. „Ein Tier, das in der Lage ist, in vielfältigem Ambiente zu leben“, unterstrich die Landesvorsitzende der Grünen. Der Frosch sei in diesem Sinne auch ein Vorbild für die Grünen, die nicht nur in der Provinz, sondern auch in Europa präsent sein müssten. ecc