Wer stimmt also wie ab, wenn es um den Gesetzentwurf von Gesundheitslandesrat Dr. Hubert Messner geht? Stellvertretend für die unterschiedlichen Ansichten haben wir Waltraud Deeg und Luis Walcher nach ihrer Position gefragt.<h3> „Das Recht besteht schon, aber Ärzte und Co. hängen in der Luft“</h3><BR />„Das Recht auf einen medikamentös assistierten Suizid haben sich die Bürger in einem langen Rechtsweg auf Staatsebene erstritten“, stellt Waltraud Deeg klar. Mit der eigenen Landesregelung „geht es also nicht darum, diese Möglichkeit einzuführen. Denn die gibt es schon“. Vielmehr gehe es darum, dem ärztlichen und nicht-ärztlichen Personal „die gesetzliche Grundlage zu geben und sie nicht in der Luft hängen zu lassen“. <BR /><BR />Das Thema sei ethisch-moralisch schwierig und von daher begrüße sie eine breite Diskussion in der Partei. Aber dabei sei auch wichtig, dass man den bereits bestehenden rechtlichen Rahmen kenne. „Ich denke, die Mitarbeitenden im öffentlichen Gesundheitssystem haben einfach ein Recht auf einen gesetzlich klaren Rahmen“, sagt Deeg.<BR /><BR />Diesen zu schaffen, wäre eigentlich die Aufgabe Roms, doch dort sei man säumig. Und so gebe es jetzt auf der einen Seite das Urteil des Verfassungsgerichtes, das dem Patienten das Recht „unter sehr eingeschränkten und sehr strengen Voraussetzungen“ einräume. Und auf der anderen Seite das Gesundheitspersonal, dass nicht wisse, wie es sich korrekt verhalten solle.<BR /><BR />Was den assistierten Suizid an sich angeht, „kann ich mir gut vorstellen, dass schwerst- und unheilbar kranke Patienten an den Punkt kommen, an dem sie ihr Leiden nicht mehr ertragen. <BR /><BR />Und so wie wir alle selbstbestimmt leben wollen, sollte man auch darüber selbstbestimmt entscheiden können“, findet Waltraud Deeg. Und noch etwas gibt sie zu bedenken: „Wer es sich leisten kann, der fährt dafür in die Niederlande oder die Schweiz. Und wer sich das nicht leisten kann, der bleibt in der Luft hängen?“<BR /><BR /><h3> „Sagt etwas darüber, wie wir uns als Gesellschaft entwickeln</h3> “<BR /><BR /><BR /> „Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich mir nicht vorstellen, dafür zu stimmen“, sagt ein sehr nachdenklicher Luis Walcher. „Es ist eine sehr schwierige Entscheidung, die auch etwas darüber aussagt, wie wir uns als Gesellschaft in Zukunft entwickeln wollen.“ Und das beschäftige auch die Bürger in besonderem Maße.<BR /><BR />„Ich bin jetzt seit zweieinhalb Jahren im Landtag, aber noch zu keinem Thema bin ich bisher von so vielen Menschen kontaktiert worden. Es kommen viele Mails und mich halten – gerade auch viele junge – Personen auf der Straße an und wollen wissen, wie ich dazu stehe“, berichtet er. Seine Stimme dürfte der Entwurf von Gesundheitslandesrat Dr. Hubert Messner nicht bekommen. <BR /><BR />„Wir kämpfen ansonsten mit allen Mitteln und in jeder Situation bis zum letzten Atemzug um jedes Menschenleben“, sagt er. Was ihn bei der heutigen Sitzung besonders interessiert, sind die Möglichkeiten der Palliativmedizin, den Betroffenen die Schmerzen zu nehmen und andere Leiden zu ersparen. „Wir sollten in diesem Bereich alles tun, was möglich ist“, sagt Walcher. <BR />Zu seinen Bedenken beim medikamentös assistierten Suizid gehört insbesondere die Sorge, unheilbar und schwer kranke Patienten könnten sich unter Druck gesetzt fühlen, weil sie niemandem zur Last fallen wollten. „Zudem gibt es keine Notwendigkeit, hier einer staatlichen Regelung vorzugreifen“, findet Luis Walcher. <BR />Trotzdem zeigt er sich froh darüber, dass das Thema diskutiert werde und man im Rahmen der einberufenen Sondersitzung für Fraktion und Parteileitung von verschiedenen Seiten Informationen und Einschätzungen bekomme.