Was ist denn da los? Vertreter von Italiens oberster Umweltbehörde ISPRA waren auf Lokalaugenschein in Südtirol unterwegs und hatten dabei eine besonderes Feststellung in Sachen Wolf und Bär im Gepäck.Bei den Bauernvertretern sorgt die für Verwunderung. <BR /><BR />Der Wolf wütet auch in dieser Almsaison wieder – und Südtirols Bergbauern brauchen eine Lösung. Auf Initiative von Landwirtschaftslandesrat Luis Walcher waren daher vorgestern und gestern Techniker von Italiens oberster Umweltbehörde ISPRA zu Gesprächen in Südtirol. Auf der Tagesordnung stand dabei gestern ein „Ausflug“ zu 2 Almen im Ultental.<BR /><BR /> „Es war uns ganz wichtig, dass die Vertreter der ISPRA sich selbst ein Bild von der Situation vor Ort machen konnten“, sagt Walcher. So habe man ihnen anschaulich erklären können, „was auf unseren Almen in Sachen Herdenschutz eben nicht geht und welche Maßnamen wir stattdessen benötigen“. <BR /><BR />Und gerade dieser Lokalaugenschein – auf der Kirchberg- und auf der Inneren Falkomai Alm – war nach Walchers Einschätzung sehr hilfreich. Das sieht auch Alberich Hofer, Vertreter der Bergbauern im Südtiroler Bauernbund, so. <BR /><BR />„So haben sie viel besser verstanden, dass unsere Betriebe klein strukturiert sind, und wir unmöglich Herden auf kleinem Raum zusammenpferchen können“, sagt er. „Und auch, dass in so weiträumigen Gelände Zäune wenig bringen.“<h3> Ziel: Endlich eine Lanze brechen</h3> Beim Treffen mit den Vertretern der ISPRA waren zudem Beamte der Abteilung Forstdienst, des Amtes für Bergwirtschaft und des Amtes für Jagd und Fischerei sowie weitere Vertreter des Bauernbundes dabei.<BR /><BR /> Hauptziel war natürlich, in Rom endlich eine Lanze zu brechen für die Entnahme von Schadtieren. Schlussendlich zeigten sich die ISPRA-Vertreter laut Hofer für einen regelmäßigen Informationsaustausch offen und signalisierten nach dem Lokalaugenschein auch Verständnis für die schwierigen Rahmenbedingungen der Südtiroler Almwirtschaft, die es zu berücksichtigen gelte. <h3> Seit 4 Jahren nichts bei ISPRA angekommen</h3>Erstaunt war man beim Bauernbund jedoch, von der ISPRA zu erfahren, dass man dort seit 2020 von Südtirol sozusagen nichts mehr gehört hatte. Es sei nicht interveniert worden und es seien keine Dokumentationen eingegangen, weder schriftlich noch mündlich. „Dabei müsste unter anderem die Auswertung der Erfahrungen der 7 Pilotalmen, die genau zu diesem Zweck ausgesucht worden waren, schon längst in Rom gelandet sein“, ärgert sich Hofer. <BR /><BR />„Doch bei der ISPRA ist offensichtlich seit 2020 nichts angekommen, für die muss das aussehen, als hätten wir geschlafen“, sagt Hofer. So sei natürlich auch verständlich, warum Rom „nicht einfach mal so eine Sondergenehmigung für Südtirol ausstellt“, so Hofer. „Die müssen so etwas ja gegenüber den anderen Regionen auch begründen können. Und ohne Material in der Hand geht das natürlich nicht.“